Die Top 10 der kostenlosen Open-Source Kassensoftware

Kostenlose Kassensoftware (Point-of-Sale-Software)? Ist das nicht sowas wie der Yeti oder das Monster von Loch Ness – etwas, woran nur Kinder und Verrückte glauben?

Weißt du was? Es ist KEIN Mythos.

Gratis Kassensoftware existiert, auch wenn du trotzdem noch die Hardware kaufen musst, egal ob es nun um eine vollständige Kassen-/Scanner-/Drucker-Kombi geht oder nur um einen PC oder ein Tablet.

Im Folgenden habe ich einige jener mysteriösen Yetis der Softwarewelt aufgelistet.

Top kostenlosen und Open-Source Kassensoftware

Du findest in dieser Sammlung ein paar Open-Source Lösungen, ein paar wirklich kostenlose Versionen (was nicht nur im POS-Bereich, sondern in der ganzen Softwarewelt eine Seltenheit ist) und ein Freemium-Produkt. Die meisten Lösungen werden lokal installiert, wenn es nicht näher angegeben ist, und ich stelle sie in alphabetischer Reihenfolge vor.

1. Chromis POS

Chromis POS Kassensoftware

Chromis ist noch ein ziemlicher Newcomer und entstand aus einer Abspaltung vom unten genannten uniCenta-Projekt. Es wurde 2015 entwickelt, und das nur für Windows: Chromis läuft auf Windows XP bis Windows 10.

Die Open-Source Kassensoftware unterstützt benutzerdefinierte Layouts für Belege und Bildschirme, eine integrierte Kundendatenbank, die Nutzung von Küchenmonitoren für die Bestellungsanzeige und den CSV-basierten Produktimport. Dies kann Unternehmen, die noch am Anfang stehen, enorm viel Zeit sparen kann.

Der SourceForge-Eintrag des Projekts ist voll mit positiven Nutzerrezensionen, von denen viele über uniCenta oder OpenBravo kamen (der Vorgänger des Vorgängers).

Wie viele weitere der hier genannten Systeme hat Chromis sehr aktive Schöpfer. John L., der Gründer von Chromis, ist stark in die alltägliche Entwicklung des Projekts involviert. Neue Funktionen und Bugfixes entstehen direkt aus dem Input der Nutzer.

Chromis bietet außerdem eine in das POS-System integrierte Küchenmonitor-Software, falls du Bestellungen an einen separaten Monitor senden willst.

2. eHopper

eHopper POS Kassensoftware

Die Kassensoftware eHopper wurde mit dem Ziel entwickelt, den Besitzern kleiner Unternehmen qualitativ hochwertige Software zu bieten, ohne ihr Budget zu sprengen. eHopper möchte Kleinunternehmer außerdem davor bewahren, an Systemen oder Hardware hängenzubleiben, die für das Unternehmen keine gute Wahl sind.

Zu den Einschränkungen gehört, dass die Gratisversion nur die Integration mit einem Kreditkarteninstitut bietet (A1 Charge), der Support beschränkt ist und keine Integration mit QuickBooks möglich ist. Außerdem bist du auf eine Kasse beschränkt und kannst die systemeigenen Stechuhr-Funktionen für Mitarbeiter nicht nutzen.

Diese fehlenden Funktionen erhältst du mit dem Upgrade auf die Bezahlversion, die 40 USD pro Kasse kostet. Capterra-Rezensenten mögen eHopper und geben der Lösung in über 10 Rezensionen eine Bewertung von 4 von 5 Sternen.

Das End-to-End-Management eines kleinen Geschäfts ist mit eHopper also kostenlos möglich. Zu den Funktionen gehören Kontaktmanagement und Bestandsmanagement, die Verarbeitung von Trinkgeld und Teilzahlungen und das Mitarbeitermanagement. eHopper läuft auf Windows, Android-Tablets und iPads, sodass Geschäften zahlreiche Optionen offenstehen.

3. Floreant POS

Floreant POS Kassensoftware

Floreant ist eine kostenlose Open-Source Kassensoftware für Restaurants. Es kann auf Windows, Mac oder Linux ausgeführt werden und ist wirklich und wahrhaftig kostenlos. Das Unternehmen verdient Geld, indem es Unternehmen bei der Einrichtung des Systems unterstützt und einen fortlaufenden Support bietet.

Du kannst Floreant in deinem Restaurant auf Tablets nutzen und auf diese Weise das POS direkt an die Tische deiner Kunden bringen. Alternativ kannst du mit der Bartab-Funktion Karten vorautorisieren und bereithalten, bis der Kunde bezahlt.

Zusätzlich zu diesen grundlegenden Funktionen ermöglicht Floreant die Verbindung zu Küchendruckern und bietet eine Vielzahl an Berichten sowie eine Reihe von Tools für Manager einschließlich Funktionen zur Aufteilung und Annullierung. Auch Menüs und Rezepte können unkompliziert verwaltet werden.

Eine klare Einschränkung ist der deutliche Fokus auf Restaurants. Das Angebot von Floreant ist erstklassig, aber nicht, wenn du neue Reifen oder Autoreparaturen verkaufst. Wenn du nach einer kostenlosen Kassensoftware für Restaurants suchst, könnte das hier aber durchaus das Richtige für dich sein.

Auch wenn es sich um ein Open-Source Tool handelt, bietet es ein unkompliziertes Installationsprogramm für alle, die sich nicht die Hände schmutzig machen wollen.

4. Imonggo

Imonggo POS Kassensoftware

Imonggo gibt es mittlerweile seit 2009. Ende 2016 gestaltete das Unternehmen die Software deutlich um und verfügt nach eigener Angabe mittlerweile Nutzer in über 1.100 Städten weltweit. Außerdem begann Imonggo eine Partnerschaft mit Mercury/Vantiv, dessen bevorzugten Kreditkartenabwickler (auch wenn die Kartenintegration nur für die kostenpflichtige Version zur Verfügung steht).

Die Gratisversion von Imonggo ist auf einen einzelnen Standort ausgerichtet und unterstützt einen einzigen Nutzer in einem Geschäft. Dieses Geschäft kann 1.000 Produkte und 1.000 Transaktionen im Monat verwalten. Je nachdem, was man für ein Geschäft leitet, ist dieses Limit ziemlich hoch.

Imonggo ist webbasiert und kann an deinem Standort per iPad, Android-Tablet, PC oder Mac ausgeführt werden. Wichtig zu beachten ist dabei, dass die Gratisversion keinen Offlinemodus bietet: Falls deine Internetverbindung nicht immer zuverlässig funktioniert, raten wir dir eher zu einer fest installierten Option.

Größere Unternehmen erhalten Imonggo für 30 USD pro Standort im Monat. Dieses Angebot umfasst unbegrenzt viele Nutzer sowie Offline-Verkäufe und hat keine Beschränkungen bei Produkten und Transaktionen.

5. Keyhut

Die Cash Register-Software von Keyhut ist das Geistesprodukt des unnachahmlichen Dale Harris, dem größten Griesgram des Internets. Selbst wenn du nie ein POS brauchen wirst, ist seine Seite einen Besuch wert, und wenn auch nur, um mal so richtig zu lachen. Dale ist ganz unumwunden einfach nur er selbst und er ist einfach klasse.

Warum ist Cash Register ein komplettes Gratis-POS-System? Dale sagt: „Eines der Ziele des Programms besteht darin, kleinen und mittelgroßen Unternehmen zu helfen, mit großen Ketten zu konkurrieren. Aber hauptsächlich mache ich das, weil es mir Spaß macht.“

Es funktioniert mit jeder erdenklichen Kassen-/Drucker-/PC-Kombination (auch wenn du bei 64-Bit-Sysstemen ein Zusatzprogramm benötigst) und Dale überlegt, den Code zu erweitern, um auch Tablets einzubeziehen. Sehr kleine Unternehmen können die Software auch auf einem privaten Computer ausführen – zumindest wenn es dich nicht stört, Quittungen auf normalem Papier zu drucken.

Auch wenn das System kostenlos ist, kann es sich unter kostenpflichtigen Kassensystemen, die sich an kleine Unternehmen richten, durchaus behaupten. Es kann unterschiedliche Berichte ausgeben, zum Beispiel eine Aufschlüsselung der Verkäufe nach Mitarbeitern. Zu den Funktionen gehören eine grundlegende Mitarbeiterverwaltung, CRM und Bestandsnachverfolgung.

Mehrere Kassen werden unterstützt und Dale bietet sogar einen besseren Kundenservice als so einige kostenpflichtigen Anbieter. Er antwortet sehr schnell auf E-Mails, betreibt ein offenes Forum und ist wochentags von 20 bis 22 Uhr CST per Chat und Telefon verfügbar, um mögliche Probleme zu lösen.

Cash Register hat eine Rezension auf Capterra, die genau so ist, wie man es erwartet: Begeistert vom Mehrwert der Software – und von Dales Sinn für Humor. Fünf Sterne.

Keyhut Kassensoftware

Ich finde seine Website sehr sympathisch und die Screenshots der Nutzeroberfläche sehen genauso aus wie das, was ich schon in vielen Lebensmittelgeschäften in Verwendung gesehen habe – also wirklich nicht schlecht. Dale wird dich darauf hinweisen, dass nichts anderes sein Ziel war.

6. Loyverse POS

Loyverse Kassensoftware

Loyverse ist eine völlig kostenlose POS-App, die auf allen iOS– oder Android-Geräten läuft. Wie der Name bereits sagt, wurde Loyverse geschaffen, um auf einfache Weise durch Technologie die Kundenloyalität zu stärken. Dementsprechend bietet Loyverse auch eine Begleit-App, die deine Kunden installieren können. So kannst du ganz einfach ein erstklassiges Treueprogramm erschaffen und Push-Benachrichtigungen senden. Loyverse bietet eine Multistore-Verwaltung und eine Dashboard-App für ein unkompliziertes Management.

Loyverse ist schnell gewachsen und zählt mittlerweile über 240.000 Nutzer, wie aus der Forschung von Capterra zur Top 20 der POS-Software hervorgeht. Seine Beliebtheit liegt dabei nicht nur daran, dass es kostenlos ist, sondern auch an den umfangreichen Funktionen.

Du kannst Rabatte verwalten, offline arbeiten, die Integration mit Vantiv für Kreditkartenzahlungen nutzen, Bestandsverwaltungsfunktionen nutzen, ein paar Mitarbeiterberichte erstellen und – wie bereits erwähnt – Maßnahmen zur Kundenbindung starten.

Wo wir gerade beim Thema sind: Loyverse funktioniert so, dass deine Kunden die Loyverse-App installieren und dort einen QR-Code erhalten, den sie in deinem Geschäft verwenden können. Sobald sie sich bei deinem Geschäft angemeldet haben, kannst du ihnen Rabatte gewähren und über die App Werbematerialien senden.

Loyverse ist der Hit unter Capterra-Rezensenten und hat ganze 150 Reviews mit durchschnittlich 5 Sternen.

7. uniCenta

uniCenta Kassensoftware

uniCenta gehört zu den bekanntesten Open-Source Kassensoftware-Lösungen. Das System stellt für jede kostenpflichtige Kassensoftware für Kleinunternehmen einen ernsthaften Konkurrenten dar. Es bietet Funktionen zu Bestandsverwaltung, Berichterstellung, CRM und sogar Mitarbeiterverwaltung (und somit mehr als so manches kostenpflichtige Produkt). Außerdem funktioniert uniCenta auf jeder Hardware – ob PC, Linux, Mac oder mobil.

Die Einrichtung von uniCenta ist unglaublich flexibel: Du kannst das Tool lokal hosten oder in der Cloud einsetzen, um mehrere Standorte über dasselbe System zu verwalten. Die Software ist zu 100% kostenlos, aber du kannst auf einen Abonnementservice upgraden, wenn du dich inuniCenta verliebt hast.

Abonnenten erhalten früheren Zugriff auf neue Funktionen, einen erweiterten Support und ein paar exklusive Add-ons. Auf der kostenlosen Community-Ebene kriegst du alle grundlegenden Funktionen sowie einen Großteil der erweiterten Funktionen aus den neuesten Versionen – du musst höchstens ein bisschen warten, um die allerneuesten und tollsten Features zu erhalten.

Die Nutzerreaktionen zur Software sind durchweg positiv. Viele Nutzer loben die Benutzerfreundlichkeit der Lösung, insbesondere angesichts ihres Open-Source Charakters. Eine Rezension erwähnt, dass die Berichtsfunktion etwas unpraktisch ist.

Wer uniCenta mag und sich für ähnliche Alternativen interessiert, sollte einen Blick auf Chromis POS werfen (siehe oben), das auf dem uniCenta-System basiert.

8. ProffittCenter

ProffittCenter Kassensoftware

ProffittCenter ist hauptsächlich eine Registrierkasse zum Kassieren, Anwenden von Rabatten und mehr. Es bietet Berichte und einige Bestandsverwaltungsfunktionen, die direkt mit der automatischen Produktbestellung verbunden sind. Außerdem hat es eine besonders intuitive Benutzeroberfläche.

Dave Proffitt, die treibende Kraft hinter ProffittCenter, kümmert sich jederzeit um den Kundensupport. Genau wie Dale Harris erzählte er uns, dass er einen erstklassigen Service bieten möchte: Er ist per E-Mail, Telefon und Chat verfügbar und gerne bereit, seinen Code zu überarbeiten. ProffittCenter bietet außerdem ein aktives Nutzerforum für den Support.

Es funktioniert nur auf Windows, aber dafür gibt es zahlreiche anpassbare Berichte, eine Barcode- und Drucker-Unterstützung und Bestandsverwaltungsfunktionen. Du kannst sogar automatische Backups einrichten, die direkt in Dropbox gesichert werden.

Alles in allem ist ProffittCenter eine hervorragende Lösung für Händler, die gerade erst mit der Nutzung von POS-Software beginnen. Die Benutzeroberfläche ist klasse und es stehen alle Grundfunktionen zur Verfügung, mit denen neue Nutzer lernen können, wie man Kassensoftware bedient und einrichtet.

9. VendHQ

VendHQ Kassensoftware

Vend ist ein weiteres webbasiertes System und eine der bekanntesten POS-Lösungen. Umso schöner ist es, hier eine Freemium-Version im Angebot zu sehen. Die Gratisversion ist für eine Kasse und für Nutzer mit 10 oder weniger aktiven Produkten und bis zu 1.000 Kunden gedacht. Den Support bietet die Community.

Auch hier handelt es sich um eine Option für sehr kleine Einzelhändler. Wenn du einen Stand auf einem Bauernmarkt oder ein Kiosk in einem Einkaufszentrum betreibst, kann Vend eine richtig gute Dauerlösung sein.

Du erhältst Zugriff auf einige Funktionen zur Nutzer- und Bestandsverwaltung, Kundenprofile und grundlegende Berichte. Vend bietet außerdem eine Integration mit Xero, ein großer Vorteil für kleine Unternehmen, die ihre Buchhaltung so einfach wie möglich halten möchten.

Der größte Nachteil ist die Beschränkung auf nur 10 Produkte. Wenn du eine kleine Produktpalette anbietest, spielt das vielleicht keine Rolle. Wer jedoch expandieren möchte, wird eher eine der kostenpflichtigen Lösungen von Vend bevorzugen, die ab 69 USD im Monat erhältlich sind.

Vend ist cloudbasiert und mit Einschränkungen auch offline nutzbar, dazu ist es funktionsreich und benutzerfreundlich. Vend kann sich über eine Bewertung von 4,5 von 5 Sternen auf Capterra und über 80 Rezensionen freuen.

10. ZeroPOS

ZeroPOS Kassensoftware

Die Kassensoftware ZeroPOS basiert auf Android und bietet alle grundlegenden POS-Funktionen völlig kostenlos an – und was sie hier als „grundlegend“ definieren, sollte für die meisten kleinen bis mittelgroßen Einzelhändler vollkommen ausreichen. Die Basisversion kann es mühelos mit anderen kompletten POS-Systemen aufnehmen.

Du erhältst mit der Gratisversion von ZeroPOS zwar nur den Zugriff für drei Kassen, aber dafür eine Vielzahl an Funktionen: Ein grundlegendes CRM, Support, Rabatte, zahlreiche Berichte, Bestandsverwaltung und QuickBooks-Integration.

Du brauchst ein Upgrade, wenn du zusätzlich eine Windows-Installation, Mitarbeiterzeitmanagement, unbegrenzt viele Geschäfte und Kassen sowie lokalisierte Währungsoptionen möchtest. Die kostenpflichtigen Versionen von ZeroPOS sind ab 30 USD je POS im Monat verfügbar.

 

Gibt es weitere Open-Source Kassensoftware-Optionen?

Das sind also die kostenlosen Open-Source POS-Softwarelösungen, die ich am besten finde. Kennst du noch andere dieser mysteriösen Systeme? Was denkst du darüber? Erzähl es in den Kommentaren!