Online-Zahlungsarten: Welche Zahlungsmethoden sollte mein Onlineshop bieten?

Welche Zahlungsarten sollte ich meinen Kunden bieten?

Das Internet ist das gewaltigste Vertriebsnetzwerk aller Zeiten. Hier erreichst du deine Kunden direkt und unmittelbar, wo auch immer sie gerade sind – ganz ohne eigene Filialen oder Zwischenhändler. 2019 bedienten deutsche Onlinehändler über 67 Millionen Kunden und werden am Ende des Jahres fast 58 Euro Milliarden an Umsätzen erzielt haben.[1] Das Potential ist also gewaltig. Aber der Erfolg kommt nicht von alleine. Tatsächlich gilt es eine ganze Reihe von Fragen zu beantworten, um den eigenen Online-Shop erfolgreich zu machen. Das beginnt mit dem Marketing und der Frage, wie Kunden überhaupt auf den Shop aufmerksam werden, setzt sich fort mit der optimalen Gestaltung der Benutzeroberfläche – und führt zur Gretchenfrage des Online-Shoppings: Welche Zahlungsarten gibt es hier?

Welche Zahlungsarten sollte ich meinen Kunden bieten?

Das ist die Frage, mit der wir uns heute beschäftigen werden. Wie können Kunden dir ihr Geld geben? Wie du diese Frage beantwortest, wird sich erheblich auf deine Umsätze auswirken. Dies gilt insbesondere für den Onlinehandel in Deutschland. In vielen Ländern ist die Frage nach den Online-Zahlungsarten mit „Kreditkarte und PayPal“ hinreichend beantwortet. In Deutschland haben viele Kunden nach wie vor keine Kreditkarte oder wollen diese online nicht verwenden. Stattdessen gibt es einen Mix an Präferenzen (von der klassischen Überweisung zu verschiedenen e-Payment Services), auf die sich Onlinehändler einstellen müssen. Immerhin geben fast die Hälfte (48,7 %) der deutschen Kunden an, das Fehlen der gewünschten Zahlungsmethode sei der Grund für ihren Kaufabbruch.[2] Die Entscheidung fällt oft innerhalb von Sekunden. Sehe ich eine Zahlungsart, mit der ich einverstanden bin? Wenn nein, Tab zu und tschüss.

In diesem Artikel stellen wir dir einige der gegenwärtig gängigsten Bezahlsysteme auf dem deutschen Onlinemarkt vor und gehen auf die wichtigsten Kriterien ein, die dich bei der Auswahl leiten können. Das Ziel ist es, dir einen Einstieg ins Thema zu geben und zu zeigen, auf was du bei der Recherche und Auswahl achten kannst. Außerdem geben wir ein paar Tipps, die auf jeden Fall hilfreich sein sollten. Los geht’s!

Die verschiedenen Zahlungsarten – klassisch vs. e-Payment Services

Ganz allgemein lassen sich die Vielzahl der verschiedenen Online-Zahlungsarten einteilen in klassische Zahlungsarten, wie Banküberweisung, Nachname oder Kreditkarte, und e-Payment Services, wie PayPal oder paydirect. Bei den klassischen Methoden ist außer dir, deinen Kunden und euren jeweiligen Banken niemand an der Transaktion beteiligt. Bei den unterschiedlichen Formen des e-Payments steht mit dem Service-Anbieter eine dritte Partei vermittelnd zwischen dir und deinen Kunden.

e-Payment Services Beispiele

 

All diese Optionen unterscheiden sich in den Details, aber es gibt vier wichtige Kriterien, auf die du bei der Auswahl achten kannst: Kundenakzeptanz, dein Risiko, deine Kosten und der Verwaltungsaufwand.

Kundenakzeptanz – DAS Kriterium!

Die Kundenakzeptanz ist DAS Kriterium schlechthin. Was nützt die tollste Bezahllösung, wenn deine Kunden sich weigern, damit zu bezahlen? Potentielle Kunden kaufen nur, wenn sie eine Lösung finden, a) der sie vertrauen und b) die sie auch einfach und schnell bedienen können.

Vertrauen ist dabei unglaublich wichtig. Kommt mein Geld an? Bekomme ich die Ware? Und seit einigen Jahren verstärkt: Werden meine Daten nicht mit Hackern in der ganzen Welt geteilt? Wenn Kunden sich hinsichtlich dieser Fragen nicht gut und sicher fühlen, werden sie den Kauf nicht abschließen. Und was schafft Vertrauen? Vertrautheit! Kunden vertrauen Zahlungsarten, die sie bereits auf anderen Plattformen gesehen und vielleicht sogar schon verwendet haben. Da nicht alle Kunden alle Bezahlsysteme kennen, ist es wichtig eine Auswahl an weit verbreiteten, oft verwendeten Optionen anzubieten. Du hast ein ganz neues Bezahlsystem entdeckt, dass dir als Händler viele Vorteile bietet? Biete es an – aber nur als eine von mehreren, wohl bekannten Optionen. Egal, wie sehr du dir wünschen würdest, deine Kunden würden dieses System nutzen, der erste Eindruck deiner Kunden sollte sein: Alles normal hier. Das kenn ich.

TIPP 1: Setze auf mehrere gut bekannte und häufig verwendete Systeme.

Vertrautheit ist Trumpf!

Zudem kannst du die Kundenakzeptanz erhöhen, indem du deine Zielgruppe(n) bedenkst. Du hast einen Onlineshop für Geranien und Fensterblumen? Vermutlich sind einige deiner Kunden über 50 und sehen klassische Zahlungsarten wie Überweisung und Bestellung auf Nachname als Zeichen für Seriosität. Gleichzeitig misstrauen sie vielen e-Payment Service Anbietern (mit PayPal bezahlen ist hier oft eine Ausnahme). Du verkaufst Survival Gear für Prepper in den USA? Biete die Möglichkeit, mit Bitcoin zu bezahlen, damit die Regierung ihre Transaktionen nicht nachverfolgen kann. Für die meisten Zielgruppen ist vermutlich ein Mix aus ein bis zwei traditionellen Optionen plus ein bis zwei verbreiteten e-Payment Services die richtige Wahl.

TIPP 2: Bedenke deine Zielgruppen. Nicht alle Kunden sind gleich.

Last but not least, und immer noch zum Thema Vertrauen: Biete deinen Kunden mindestens eine Zahlungsart, bei der sie ihr eigenes Risiko minimieren. Viele Kunden werden dies zu schätzen wissen, selbst wenn sie sich für eine andere Option entscheiden. Beispiel: Die Bestellung auf Nachname, bei der die Kunden erst bezahlen, wenn die Ware tatsächlich bei ihnen ankommt. Vielleicht will der Kunde die Nachnamegebühr nicht zahlen, aber die Tatsache, dass du die Möglichkeit bietest, suggeriert, dass du tatsächlich ein seriöser Anbieter bist, der Produkte zum Kunden bringen will.

TIPP 3: Biete deinen Kunden die Möglichkeit, ihr Risiko zu minimieren.

Dein Risiko

Das nächste wichtige Kriterium bei der Wahl deiner Zahlungsarten ist dein eigenes Risiko. Am besten für dich wäre die Zahlung auf Vorkasse, aber das ist kein Modell, das von besonders vielen Kunden akzeptiert wird. Du solltest bei jedem Modell genau im Kopf haben, ob Kunden die Zahlung verweigern oder rückgängig machen können und was passiert, wenn das passiert. Die Zahlung auf Rechnung beispielsweise ist bei Kunden sehr beliebt, führt aber zu Zahlungsausfällen und Mahnkosten. Wenn deine Kunden von dir erwarten, diese Zahlungsart anzubieten, ist es vermutlich empfehlenswert, das Risiko abzufedern und mit einem Dienstleister zusammenzuarbeiten, der gegen eine Gebühr das Forderungsmanagement übernimmt. Auf jeden Fall solltest du immer im Blick behalten, wie oft es bei welcher der von dir gebotenen Zahlungsmethoden zu Problemen kommt.

TIPP 4: Absolute Sicherheit gibt es nicht. Kenne das Risiko für alle Zahlungsarten, die du anbieten willst.

Deine Kosten

Für praktisch alle Zahlungsarten fallen Gebühren an, meist eine Grundgebühr plus eine Transaktionsgebühr. So einfach das zu Beginn klingt, es kann ganz schön kompliziert werden. PayPal beispielsweise kann plötzlich sehr viel teurer werden, wenn du viele Einzeltransaktionen aus dem Ausland erhältst. Manche Methoden eigenen sich eher für teure Einzelverkäufe, andere bieten tolle Konditionen für Händler, die mit vielen kleinen Transaktionen arbeiten. Mit modernen Shopsystemen ist es meist sehr einfach e-Payment Services hinzuzufügen. Lass dich nicht dazu verführen, einfach alles anzubieten, sondern nimm dir bei der Auswahl deiner Zahlungsarten Zeit, um dies genau zu prüfen. Nichts ist frustrierender als tolle Umsatzzahlen, die letztendlich unrentabel sind, weil zu viel Geld an den Dienstleister geht, der die Bezahlung abwickelt.

TIPP 5: Die Kosten der Lösungen, die du bietest, müssen zu deinem Geschäftskonzept passen. Nimm dir Zeit, das zu prüfen.

Verwaltungsaufwand

Verschiedene Zahlungsarten bieten dir einen unterschiedlich hohen Grad an Automatisierung, bzw. erfordern mehr oder weniger Zeit auf deiner Seite. Viele moderne Shopsysteme mit entsprechenden e-Payment Services wickeln den Bezahlvorgang praktisch vollkommen automatisch ab. Am anderen Ende des Spektrums stehen Lösungen wie die Vorkasse per Überweisung. Hier musst du dein Konto im Blick behalten und meist händisch prüfen, welche eingehende Zahlung für welche Bestellung gedacht ist – dazu kommt der Aufwand für Bestellungen, bei denen die Bestellnummer vergessen oder falsch aufgeschrieben wurde, sowie Kunden, die behaupten sie haben bezahlt, obwohl kein Geld eingegangen ist. Ein höherer Verwaltungsaufwand bedeutet nicht, dass eine Lösung schlecht ist, aber du solltest dir im Klaren sein, welche Abläufe nötig sein werden, um welche Lösung seriös anzubieten.

TIPP 6: Sei dir im Voraus darüber klar, welche Zahlungsarten welche Abläufe erfordern. Kannst du/willst du das leisten?

Fazit & abschließende Empfehlung

Die Auswahl der richtigen Zahlungsarten wirkt sich direkt darauf aus, wie viele Verkäufe du tätigst und wie profitabel diese Verkäufe sind. Die richtigen Optionen sind für die meisten Unternehmen ein Mix aus ein bis zwei traditionellen Optionen plus zwei bis drei verbreiteten e-Payment Services. Wichtig ist dabei, weit verbreitete, typische Optionen anzubieten, die zu den Bedürfnissen der Zielgruppen und des eigenen Unternehmens passen – wobei die Kundenakzeptanz zu den wichtigsten Kriterien gehört. Die meisten Unternehmen machen vermutlich nichts falsch, wenn sie ihren Mix mit den hier abgebildeten Zahlungsarten beginnen und diesen bei Bedarf anpassen oder erweitern.

e-commerce zahlungsarten beispiele

Wir raten aber dringend dazu, sich mit jeder einzelnen Lösung auseinanderzusetzen. Beim Geld sollte einfach nichts schiefgehen. Tatsächlich spielt die Auswahl der Zahlungsarten so eine große Rolle für den Erfolg oder Misserfolg im Onlinehandel, dass du das Thema immer im Blick haben solltest. Wie reagieren deine Kunden auf die gegenwärtigen Bezahloptionen? Ändert sich das, wenn du die Reihenfolge änderst, in der sie auf dem Bildschirm angezeigt werden (z. B. um die Methode zu pushen, die dir am besten gefällt)? Gibt es neue Systeme am Markt? Wollen deine Kunden diese benutzen? Wer hier am Ball bleibt, macht am Ende mehr Geld. Dies führt uns direkt zu unserem letzten Tipp:

TIPP 7: Bleib aktiv. Wähle ein Shopsystem, dass dir klare Analysen dazu ermöglicht, was funktioniert und was nicht. Beobachte deine Mitbewerber. Bleibe auf dem Laufenden, was die Gewohnheiten deiner Kunden angeht.

 

[1] Quelle: https://de.statista.com/themen/247/e-commerce/

[2] Quelle: https://www.ibusiness.de/aktuell/db/539021veg.html

 

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