Die Nutzung von künstlicher Intelligenz im Digital Commerce: Trends in Deutschland

Künstliche Intelligenz im Digital Commerce

Künstliche Intelligenz im Digital Commerce

Neue Technologien wie IoT-Commerce, Virtual Reality, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz sind leistungsfähige Tools zur Kundenbindung und -konversion, die immense Wettbewerbsvorteile mit sich bringen können. Onlineshops, die erfolgreich bleiben wollen, müssen in der Lage sein, sich flexibel an Trends im Digital Commerce anzupassen, oder sie laufen Gefahr, von technologisch besser aufgestellten Mitbewerbern abgehängt zu werden. Die Technologie, die laut Gartner den größten Einfluss auf alle Aspekte des Handels haben wird, ist Künstliche Intelligenz (KI). Die Prognosen besagen, dass bis 2022 mindestens 5% der Bestellungen für den digitalen Handel von künstlicher Intelligenz initiiert werden.

KI ist einer der Technologien, die den digitalen Handel revolutionär verändert. Auf der Unternehmensseite steht ein höherer Gewinn dank geringerer Kosten bei höheren Umsätzen. Auf Kundenseite verbessert sich das Kundenerlebnis, was zu einer Steigerung der Zufriedenheit führt.

Unternehmen weltweit investieren bereits in diese erfolgversprechenden Technologien. Kleine und mittelständische Unternehmen halten sich noch zurück. Dies könnte sich für diese Unternehmen jedoch noch als Schwierigkeit herausstellen. Unternehmen, die frühzeitig in erfolgskritische Technologien investieren, bauen einen immensen Vorteil auf. Sie erarbeiten sich einen Vorsprung an praktischem Wissen und können sich frühzeitig von ihren Mitbewerbern abheben.

In diesem Artikel stellen wir dir die Studienergebnisse der Gartner Primärstudie zur Nutzung von KI im Digital Commerce in Deutschland vor und leiten Empfehlungen für kleine und mittelständische Unternehmen ab. Doch erst einmal: Was bedeutet Digital Commerce und wie kann die Branche von künstlicher Intelligenz profitieren?

Der Aufstieg des Digital Commerce

Klassisches E-Commerce ist tot. Warum? Was in der Vergangenheit funktioniert hat, funktioniert nicht mehr. Die einfache Präsentation deiner Produkte auf einer Online-Plattform und Ausgaben für Marketingaktionen reichen nicht mehr aus, um sich von den zahlreichen Konkurrenten abzuheben. Kunden erwarten ein einmaliges Kundenerlebnis, offline und online. Verbraucher sollen bekommen, was sie wollen, bevor sie es überhaupt wollen. Intelligente Kühlschränke geben Bestellungen automatisch auf, wenn der Vorrat an Lebensmitteln eine bestimmte Schwelle unterschreitet. Chatbots führen selbstständig Beratungsgespräche. Machine Learning Algorithmen schlagen dem Kunden Produkte vor, die zu vergangenen Einkäufen passen. Der gesamte Einkaufsprozess wird immer weiter vereinfacht und optimiert – ähnlich wie bei der Erfindung des Bügeleisens oder der Waschmaschine entstehen so Technologien, die es uns ermöglichen, Zeit mit wichtigeren (oder schöneren) Dingen zu verbringen. Klassische Einkaufsprozesse erscheinen im Vergleich immer mehr als langweilige Verpflichtung, als mundane Alltagsaufgabe, die man sich lieber (er)sparen würde. 

Mit der Entwicklung des Handels zu Web-, Mobil- und Sozialkanälen hat sich zudem die Anzahl der Kontaktpunkte mit dem Kunden erhöht. Digital Commerce umfasst zahlreiche Kanäle sowie analytische Entscheidungen, die auf Daten und Software gestützt sind. Die neue Form des E-Commerce erfordert, dass Onlineshops in der Lage sind, moderne Technologien zu nutzen, um ihren Kunden Multichannel-Commerce-Erfahrungen zu bieten.

Der digitale Handel besteht neben Produktkatalogen, Web-Schaufenstern und Einkaufswagen aus Empfehlungsmechanismen, Personalisierungsoptionen und Rich Media Inhalten. Das Einkaufen im Digital Commerce wird für den Kunden so zum interaktiven und selbstbedienenden Erlebnis, das immer präziser auf individuelle Anforderungen zugeschnitten wird. 

Wie wird künstliche Intelligenz im Digital Commerce eingesetzt? 

Künstliche Intelligenz bietet viele Vorteile für den Kunden (z. B. Personalisierung, das gezielte Anzeigen relevanter Inhalte und Zeitersparnis) und führt so zu einer Verbesserung der Kundenzufriedenheit. Außerdem steigt durch das verbesserte Kundenerlebnis die Konversionsrate und der Umsatz für Unternehmen. Auch deshalb sind KI-gestützte Mechanismen wie Alexa, Siri und Chatbots schon heute nicht mehr aus dem Einkaufserlebnis wegzudenken.  

So ist es mit KI beispielsweise möglich, Kunden in Echtzeit Produktempfehlungen zu bieten, die auf Basis vorhandener Datensätze personalisiert wurden. Die künstliche Intelligenz trifft hier Vorhersagen, die in Inhalts- und Produktvorschläge übersetzt werden. Ein weiteres Beispiel sind kontextsensitive Empfehlungen. Ist ein Nutzer auf einer Immobilienplattform auf der Suche nach einem Haus, können ihm automatisch Finanzierungsoptionen, Möbel oder Versicherungen angezeigt werden. KI-Lösungen können Landing Pages automatisch generieren und personalisieren. Kunden erhalten dadurch für sie relevante Inhalte und die Konversion wird erhöht.

 Die Analyse von Kundenbewertung nimmt eine entscheidende Rolle ein. Die wertvollen Daten aus unzähligen Kundenmeinungen werden in Zukunft durch AI-Technologien analysiert und zur Produktverbesserung genutzt. Kundenpräferenzen werden ebenfalls durch KI besser verstanden und bei zukünftigen Produktinnovationen berücksichtigt. Unternehmen können dadurch bereits bei der Entwicklung darauf achten, ihre Produkte optimal auf die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen abzustimmen. Innovationen können dadurch auf analytischen Entscheidungen beruhen, was sie erfolgversprechender macht und das Risiko zu scheitern deutlich verringert.


Studienergebnisse: Die Nutzung von KI im Digital Commerce in Deutschland

In der Studie von Gartner (nur für Klienten zugänglich) wurden im Juni und Juli 2018 weltweit 307 CIOs, Geschäftsleiter, Mitarbeiter auf Managerebene und andere C-Level-Führungskräfte zur Nutzung von KI im digitalen Handel interviewt. Unter den Befragten befanden sich 31 Unternehmen aus Deutschland. In der nachstehenden Grafik haben wir die wichtigsten Ergebnisse für dich zusammengefasst.

Künstliche Intelligenz-im-digital-commerce_DE-Infographik

Wie allgemein bekannt, sind Enterprise-Unternehmen KMU bei der Implementierung neuer Technologien voraus. Sie zeigen uns jedoch den Weg und setzen Trends, denen auch kleine Unternehmen zeitversetzt und auf ihre Bedürfnisse und Ressourcen angepasst folgen werden.

Was bedeutet das für kleine und mittelständische Unternehmen?

Digital Commerce und künstliche Intelligenz sind Trends, die unabhängig sind von Faktoren wie Unternehmensgröße und Branche oder den angebotenen Produkten & Dienstleistungen. Kundenbedürfnisse und -erwartungen ändern sich rasant. Je mehr Unternehmen ihren Kunden ein verbessertes Einkaufserlebnis anbieten, desto mehr werden Unternehmen, die sich mit neuen Technologien zurückhalten, unter dem Wettbewerbsdruck leiden. Aus der Perspektive der Kunden erscheinen sie zunehmen veraltet – und sie sind nicht in der Lage, Annehmlichkeiten zu bieten, die im Mittbewerberumfeld zum Standard gehören. Da auch gewinnsteigernde Effekte nicht mitgenommen werden, besteht zudem die Gefahr, preislich unattraktiv zu werden. Wie jeder neue Trend geht auch der KI-Einsatz im E-Commerce auf die Bedürfnisse der Kunden zurück – wer hier nicht mitgeht, wird letztendlich abgehängt.

Wie wir der Grafik entnehmen können, wird der Erfolg von KI im Digital Commerce neben der Kundenzufriedenheit und dem Umsatz an erster Stelle am Grad der Kostensenkung gemessen. KI spart Unternehmen viel Zeit ein und automatisiert wiederkehrende und manuelle Aufgaben. Dies wird als zweitwichtigste Motivation von deutschen Unternehmen angegeben, in KI zu investieren. Nutze deine Mitarbeiter für qualitativ hochwertige und interessante Aufgaben und entlaste sie von manuellen, stupiden Aufgaben, welche der Mitarbeitermotivation schaden.

Viele kleine und mittelständische Unternehmen fragen sich, ob Technologien wie KI Großunternehmen vorbehalten sind. Durch den revolutionären Aufstieg von Cloud-Technologien wird KI jedoch für Unternehmen jeder Größe zugänglich. Im eigenen Serverraum ist der Aufbau von AI-Systemen, die Unmengen an Rechenleistungen benötigen, für kleine Unternehmen nahezu unmöglich. Die Systeme würden sich nicht performant und skalierbar betreiben lassen. In KMU mangelt es auch am notwendigen Know-how, an Mitarbeitern sowie an hochwertigen Trainingsdaten, um das System zu schulen. Selbst Enterprise-Unternehmen (nach Gartner-Definition: Unternehmen, mit einem Umsatz über 50 Millionen Dollar pro Jahr) kämpfen laut unseren Studienergebnissen mit Herausforderungen wie mangelnden internen Kenntnissen und Problemen bei der Integration der KI-Lösung in die bestehende Infrastruktur.

Deutsche Enterprise-Unternehmen nutzen für Digital Commerce mit Abstand am häufigsten ihre eigene Website und greifen auf Grund der Beteiligungskosten wenig auf Drittanbieter zurück, da die eigene Website auf Dauer die günstigere Variante ist. KMU sollten jedoch mit Drittanbietern zusammenzuarbeiten und deren Know-how, Infrastruktur, Kenntnisse und Unterstützung nutzen. Durch die Auslagerung an einen Drittanbieter kann KI frühzeitig und ohne großen Aufwand in KMU eingeführt werden. Schon heute haben Unternehmen so leichten Zugang zu Cloud-basierten KI-Services und die dafür notwendige Rechenleistung.

Der Erfolg von der neuen Technologie zeigt sich in der Investitionsbereitschaft der Unternehmen. 97 % der deutschen Unternehmen, die KI bereits nutzen, werden das derzeitige Investitionsniveau in KI für den digitalen Handel für 2020 aufrechterhalten oder erhöhen. Hier zeichnet sich deutlich ein Trend für das nächste Jahr ab. Kleine und mittelständische Unternehmen werden noch etwas brauchen, bis sie auf dem Stand der deutschen Großunternehmen sind. Der Trend geht jedoch unabhängig von der Unternehmensgröße in Richtung KI und je früher Unternehmen sich mit der Technologie beschäftigen, desto wettbewerbsfähiger bleiben sie auf dem hart umkämpften Markt des Online-Handels.


Forschungsdesign und Methodologie der Studie 

Die vorgestellten Ergebnisse basieren auf einer Gartner-Studie, die durchgeführt wurde, um die Einführung und die Investitionspläne von KI im digitalen Handel zu verstehen. Diese Studie versuchte auch, den Wert und den Erfolg von KI im digitalen Handel und seine Herausforderungen zu verstehen. Die Primärstudie wurde vom 4. Juni bis 17. Juli 2018 online unter 307 Befragten in Nordamerika, Lateinamerika, Westeuropa und Asien/Pazifik durchgeführt.

Qualifizierte Unternehmen stammen aus verschiedenen Branchen. Unternehmen aus dem Gesundheitswesen wurden nicht befragt. Zu den qualifizierenden Kriterien gehörte, dass die Unternehmen über einen primären Technologieansatz für den digitalen Handel als „Custom built Commerce Plattform” oder „Packaged Commerce Softwarelösung“ verfügen, wobei im Geschäftsjahr 2017 ein Teil (>$0USD) der Einnahmen aus digitalen Kanälen generiert wurde. Die Unternehmen mussten auch KI in ihrem digitalen Handel nutzen oder erproben. Die Stichprobe repräsentiert Unternehmen in den USA/Kanada (n=86), Brasilien (n=35), Frankreich (n=30), Deutschland (n=31), Großbritannien (n=30), Australien/Neuseeland (n=30), Indien (n=33) und China (n=32). Alle Befragten wurden auf ihre Beteiligung an strategischen Entscheidungen für den digitalen Handel in ihrem Unternehmen überprüft. Für das Geschäftsjahr 2017 wurden Quoten für Länder, Branchen und unternehmensweite Umsätze aus digitalen Kanälen beantragt. 

Die Studie wurde von Gartner Analysten und dem Primary Research Team in Zusammenarbeit mit Commerce Technologies & Experiences entwickelt.

Disclaimer: Die Ergebnisse stellen keine “globalen” Ergebnisse oder den Gesamtmarkt dar, sondern spiegeln die Lage der Befragten und der befragten Unternehmen wider.

Methodologie nach Interviewfragen (siehe Infografik):

1. Box: Basis- Gesamtzahl der Befragten in Deutschland, n=31
Q. Welche dieser Kanäle nutzt Ihr Unternehmen für seinen digitalen Handel?

2. Box: Basis- Gesamtzahl der Befragten in Deutschland, die Interviewfrage vervollständigt haben + alle Screenouts, unsicher ausgeschlossen, n=53
Q. Was sind die Top 3 Motivationen für Ihr Unternehmen, in KI für digital Commerce zu investieren? (Prozentzahlen nach Rang 1 verwendet)

3. Box: Basis- Gesamtzahl der Befragten in Deutschland, unsicher ausgeschlossen, n=31
Q. Welche sind die 3 wichtigsten Kennzahlen, die Ihr Unternehmen verwendet, um die Wirksamkeit von KI im digitalen Handel zu messen?

4. Box: Basis- Gesamtzahl der Befragten in Deutschland, unsicher ausgeschlossen, n= 29 – niedrige Basiswerte sind richtungsweisend.
Q. Welche Herausforderungen stehen Ihrem Unternehmen bei der Implementierung von KI im digital Commerce bevor?

5. Box: Die Basen variieren von 30-31, basierend auf “Befragte in Deutschland insgesamt, unsicher ausgeschlossen”, “Basen für “insgesamt” variieren von 295-303″. Anzahl der laufenden Projekte aufgrund der niedrigen Basis nicht dargestellt.
Q. Wie viele Projekte der Künstlichen Intelligenz (KI) werden von Ihrem Unternehmen derzeit durchgeführt, getestet, entwickelt oder geplant, um sie bis 2020 für den digitalen Handel einzusetzen? Mittel angezeigt

6. Box: Basis- Gesamtzahl der Befragten in Deutschland, n=31
Q.Für welche Bereiche des digitalen Handels nutzt, steuert oder entwickelt Ihr Unternehmen derzeit KI?

7. Box: Basis- Gesamtzahl der Befragten in Deutschland, unsicher ausgeschlossen, n=31
Q. Hat Ihr Unternehmen Pläne, bis 2020 weiter in KI für digital Commerce zu investieren?

Online-Zahlungsarten: Welche Zahlungsmethoden sollte mein Onlineshop bieten?

Welche Zahlungsarten sollte ich meinen Kunden bieten?

Das Internet ist das gewaltigste Vertriebsnetzwerk aller Zeiten. Hier erreichst du deine Kunden direkt und unmittelbar, wo auch immer sie gerade sind – ganz ohne eigene Filialen oder Zwischenhändler. 2019 bedienten deutsche Onlinehändler über 67 Millionen Kunden und werden am Ende des Jahres fast 58 Euro Milliarden an Umsätzen erzielt haben.[1] Das Potential ist also gewaltig. Aber der Erfolg kommt nicht von alleine. Tatsächlich gilt es eine ganze Reihe von Fragen zu beantworten, um den eigenen Online-Shop erfolgreich zu machen. Das beginnt mit dem Marketing und der Frage, wie Kunden überhaupt auf den Shop aufmerksam werden, setzt sich fort mit der optimalen Gestaltung der Benutzeroberfläche – und führt zur Gretchenfrage des Online-Shoppings: Welche Zahlungsarten gibt es hier?

Welche Zahlungsarten sollte ich meinen Kunden bieten?

Das ist die Frage, mit der wir uns heute beschäftigen werden. Wie können Kunden dir ihr Geld geben? Wie du diese Frage beantwortest, wird sich erheblich auf deine Umsätze auswirken. Dies gilt insbesondere für den Onlinehandel in Deutschland. In vielen Ländern ist die Frage nach den Online-Zahlungsarten mit „Kreditkarte und PayPal“ hinreichend beantwortet. In Deutschland haben viele Kunden nach wie vor keine Kreditkarte oder wollen diese online nicht verwenden. Stattdessen gibt es einen Mix an Präferenzen (von der klassischen Überweisung zu verschiedenen e-Payment Services), auf die sich Onlinehändler einstellen müssen. Immerhin geben fast die Hälfte (48,7 %) der deutschen Kunden an, das Fehlen der gewünschten Zahlungsmethode sei der Grund für ihren Kaufabbruch.[2] Die Entscheidung fällt oft innerhalb von Sekunden. Sehe ich eine Zahlungsart, mit der ich einverstanden bin? Wenn nein, Tab zu und tschüss.

In diesem Artikel stellen wir dir einige der gegenwärtig gängigsten Bezahlsysteme auf dem deutschen Onlinemarkt vor und gehen auf die wichtigsten Kriterien ein, die dich bei der Auswahl leiten können. Das Ziel ist es, dir einen Einstieg ins Thema zu geben und zu zeigen, auf was du bei der Recherche und Auswahl achten kannst. Außerdem geben wir ein paar Tipps, die auf jeden Fall hilfreich sein sollten. Los geht’s!

Die verschiedenen Zahlungsarten – klassisch vs. e-Payment Services

Ganz allgemein lassen sich die Vielzahl der verschiedenen Online-Zahlungsarten einteilen in klassische Zahlungsarten, wie Banküberweisung, Nachname oder Kreditkarte, und e-Payment Services, wie PayPal oder paydirect. Bei den klassischen Methoden ist außer dir, deinen Kunden und euren jeweiligen Banken niemand an der Transaktion beteiligt. Bei den unterschiedlichen Formen des e-Payments steht mit dem Service-Anbieter eine dritte Partei vermittelnd zwischen dir und deinen Kunden.

e-Payment Services Beispiele

 

All diese Optionen unterscheiden sich in den Details, aber es gibt vier wichtige Kriterien, auf die du bei der Auswahl achten kannst: Kundenakzeptanz, dein Risiko, deine Kosten und der Verwaltungsaufwand.

Kundenakzeptanz – DAS Kriterium!

Die Kundenakzeptanz ist DAS Kriterium schlechthin. Was nützt die tollste Bezahllösung, wenn deine Kunden sich weigern, damit zu bezahlen? Potentielle Kunden kaufen nur, wenn sie eine Lösung finden, a) der sie vertrauen und b) die sie auch einfach und schnell bedienen können.

Vertrauen ist dabei unglaublich wichtig. Kommt mein Geld an? Bekomme ich die Ware? Und seit einigen Jahren verstärkt: Werden meine Daten nicht mit Hackern in der ganzen Welt geteilt? Wenn Kunden sich hinsichtlich dieser Fragen nicht gut und sicher fühlen, werden sie den Kauf nicht abschließen. Und was schafft Vertrauen? Vertrautheit! Kunden vertrauen Zahlungsarten, die sie bereits auf anderen Plattformen gesehen und vielleicht sogar schon verwendet haben. Da nicht alle Kunden alle Bezahlsysteme kennen, ist es wichtig eine Auswahl an weit verbreiteten, oft verwendeten Optionen anzubieten. Du hast ein ganz neues Bezahlsystem entdeckt, dass dir als Händler viele Vorteile bietet? Biete es an – aber nur als eine von mehreren, wohl bekannten Optionen. Egal, wie sehr du dir wünschen würdest, deine Kunden würden dieses System nutzen, der erste Eindruck deiner Kunden sollte sein: Alles normal hier. Das kenn ich.

TIPP 1: Setze auf mehrere gut bekannte und häufig verwendete Systeme.

Vertrautheit ist Trumpf!

Zudem kannst du die Kundenakzeptanz erhöhen, indem du deine Zielgruppe(n) bedenkst. Du hast einen Onlineshop für Geranien und Fensterblumen? Vermutlich sind einige deiner Kunden über 50 und sehen klassische Zahlungsarten wie Überweisung und Bestellung auf Nachname als Zeichen für Seriosität. Gleichzeitig misstrauen sie vielen e-Payment Service Anbietern (mit PayPal bezahlen ist hier oft eine Ausnahme). Du verkaufst Survival Gear für Prepper in den USA? Biete die Möglichkeit, mit Bitcoin zu bezahlen, damit die Regierung ihre Transaktionen nicht nachverfolgen kann. Für die meisten Zielgruppen ist vermutlich ein Mix aus ein bis zwei traditionellen Optionen plus ein bis zwei verbreiteten e-Payment Services die richtige Wahl.

TIPP 2: Bedenke deine Zielgruppen. Nicht alle Kunden sind gleich.

Last but not least, und immer noch zum Thema Vertrauen: Biete deinen Kunden mindestens eine Zahlungsart, bei der sie ihr eigenes Risiko minimieren. Viele Kunden werden dies zu schätzen wissen, selbst wenn sie sich für eine andere Option entscheiden. Beispiel: Die Bestellung auf Nachname, bei der die Kunden erst bezahlen, wenn die Ware tatsächlich bei ihnen ankommt. Vielleicht will der Kunde die Nachnamegebühr nicht zahlen, aber die Tatsache, dass du die Möglichkeit bietest, suggeriert, dass du tatsächlich ein seriöser Anbieter bist, der Produkte zum Kunden bringen will.

TIPP 3: Biete deinen Kunden die Möglichkeit, ihr Risiko zu minimieren.

Dein Risiko

Das nächste wichtige Kriterium bei der Wahl deiner Zahlungsarten ist dein eigenes Risiko. Am besten für dich wäre die Zahlung auf Vorkasse, aber das ist kein Modell, das von besonders vielen Kunden akzeptiert wird. Du solltest bei jedem Modell genau im Kopf haben, ob Kunden die Zahlung verweigern oder rückgängig machen können und was passiert, wenn das passiert. Die Zahlung auf Rechnung beispielsweise ist bei Kunden sehr beliebt, führt aber zu Zahlungsausfällen und Mahnkosten. Wenn deine Kunden von dir erwarten, diese Zahlungsart anzubieten, ist es vermutlich empfehlenswert, das Risiko abzufedern und mit einem Dienstleister zusammenzuarbeiten, der gegen eine Gebühr das Forderungsmanagement übernimmt. Auf jeden Fall solltest du immer im Blick behalten, wie oft es bei welcher der von dir gebotenen Zahlungsmethoden zu Problemen kommt.

TIPP 4: Absolute Sicherheit gibt es nicht. Kenne das Risiko für alle Zahlungsarten, die du anbieten willst.

Deine Kosten

Für praktisch alle Zahlungsarten fallen Gebühren an, meist eine Grundgebühr plus eine Transaktionsgebühr. So einfach das zu Beginn klingt, es kann ganz schön kompliziert werden. PayPal beispielsweise kann plötzlich sehr viel teurer werden, wenn du viele Einzeltransaktionen aus dem Ausland erhältst. Manche Methoden eigenen sich eher für teure Einzelverkäufe, andere bieten tolle Konditionen für Händler, die mit vielen kleinen Transaktionen arbeiten. Mit modernen Shopsystemen ist es meist sehr einfach e-Payment Services hinzuzufügen. Lass dich nicht dazu verführen, einfach alles anzubieten, sondern nimm dir bei der Auswahl deiner Zahlungsarten Zeit, um dies genau zu prüfen. Nichts ist frustrierender als tolle Umsatzzahlen, die letztendlich unrentabel sind, weil zu viel Geld an den Dienstleister geht, der die Bezahlung abwickelt.

TIPP 5: Die Kosten der Lösungen, die du bietest, müssen zu deinem Geschäftskonzept passen. Nimm dir Zeit, das zu prüfen.

Verwaltungsaufwand

Verschiedene Zahlungsarten bieten dir einen unterschiedlich hohen Grad an Automatisierung, bzw. erfordern mehr oder weniger Zeit auf deiner Seite. Viele moderne Shopsysteme mit entsprechenden e-Payment Services wickeln den Bezahlvorgang praktisch vollkommen automatisch ab. Am anderen Ende des Spektrums stehen Lösungen wie die Vorkasse per Überweisung. Hier musst du dein Konto im Blick behalten und meist händisch prüfen, welche eingehende Zahlung für welche Bestellung gedacht ist – dazu kommt der Aufwand für Bestellungen, bei denen die Bestellnummer vergessen oder falsch aufgeschrieben wurde, sowie Kunden, die behaupten sie haben bezahlt, obwohl kein Geld eingegangen ist. Ein höherer Verwaltungsaufwand bedeutet nicht, dass eine Lösung schlecht ist, aber du solltest dir im Klaren sein, welche Abläufe nötig sein werden, um welche Lösung seriös anzubieten.

TIPP 6: Sei dir im Voraus darüber klar, welche Zahlungsarten welche Abläufe erfordern. Kannst du/willst du das leisten?

Fazit & abschließende Empfehlung

Die Auswahl der richtigen Zahlungsarten wirkt sich direkt darauf aus, wie viele Verkäufe du tätigst und wie profitabel diese Verkäufe sind. Die richtigen Optionen sind für die meisten Unternehmen ein Mix aus ein bis zwei traditionellen Optionen plus zwei bis drei verbreiteten e-Payment Services. Wichtig ist dabei, weit verbreitete, typische Optionen anzubieten, die zu den Bedürfnissen der Zielgruppen und des eigenen Unternehmens passen – wobei die Kundenakzeptanz zu den wichtigsten Kriterien gehört. Die meisten Unternehmen machen vermutlich nichts falsch, wenn sie ihren Mix mit den hier abgebildeten Zahlungsarten beginnen und diesen bei Bedarf anpassen oder erweitern.

e-commerce zahlungsarten beispiele

Wir raten aber dringend dazu, sich mit jeder einzelnen Lösung auseinanderzusetzen. Beim Geld sollte einfach nichts schiefgehen. Tatsächlich spielt die Auswahl der Zahlungsarten so eine große Rolle für den Erfolg oder Misserfolg im Onlinehandel, dass du das Thema immer im Blick haben solltest. Wie reagieren deine Kunden auf die gegenwärtigen Bezahloptionen? Ändert sich das, wenn du die Reihenfolge änderst, in der sie auf dem Bildschirm angezeigt werden (z. B. um die Methode zu pushen, die dir am besten gefällt)? Gibt es neue Systeme am Markt? Wollen deine Kunden diese benutzen? Wer hier am Ball bleibt, macht am Ende mehr Geld. Dies führt uns direkt zu unserem letzten Tipp:

TIPP 7: Bleib aktiv. Wähle ein Shopsystem, dass dir klare Analysen dazu ermöglicht, was funktioniert und was nicht. Beobachte deine Mitbewerber. Bleibe auf dem Laufenden, was die Gewohnheiten deiner Kunden angeht.

 

[1] Quelle: https://de.statista.com/themen/247/e-commerce/

[2] Quelle: https://www.ibusiness.de/aktuell/db/539021veg.html

 

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