Die Top 11 der kostenlosen Open-Source-LMS-Tools für kleine Unternehmen

Frau steht vor Bildschirm

Frau steht vor Bildschirm

Learning-Management-Systeme (LMS) unterstützen Unternehmen und Bildungseinrichtungen dabei, eigene eLearning-Programme zu erstellen, darüber die Übersicht zu behalten und sie zu verwalten. Die meisten Tools sind jedoch nur zu festen Preisen erhältlich, was schnell recht teuer werden kann. Daher kann es sich durchaus lohnen, über ein Open-Source-LMS nachzudenken.

Bei der Erstellung eines Budgets für LMS-Software müssen Kosten für die Installation, Lizenzen, Gebühren pro Nutzer/Kurse und die fortwährende Wartung berücksichtigt werden. Zusätzlich zu den initialen Ausgaben gibt es auch teils versteckte Kosten, die einen engen Haushalt weiter strapazieren können.

Interessieren sich in einem Unternehmen jedoch nur eine Handvoll von Mitarbeitern für einen Kurs, ist ein Open-Source-LMS wahrscheinlich die beste Option.

 

Warum Open-Source-LMS?

  • Eine kostenlose Lernplattform verfügt zwar nur über begrenzte Funktionen und die Anzahl der Kurse und Nutzer ist häufig beschränkt, doch dafür erhält man eine gute Übersicht über die Software als eigenständige Lösung.
  • Bei einer Open-Source-Lernplattform ist der Quellcode öffentlich, d. h. jeder kann sich diesen ansehen, ändern und an den Bedarf seines Unternehmens oder seiner Einrichtung anpassen.

Diese LMS-Tools stehen häufig gratis zur Verfügung und können im Gegensatz zu Software, die Urheberrechtslizenzen unterliegt, nach eigenen Wünschen geändert werden.

Kostenlose Lernplattformen ermöglichen es kleinen Unternehmen, die Softwarekosten gering zu halten und trotzdem von wichtigen Funktionen zu profitieren. Es fallen keine Ausgaben für teure Lizenzen an und gleichzeitig lassen sich Open-Source-LMS gezielter anpassen.

Es gibt zwar hunderte von LMS-Tools auf dem Markt, doch nur eine Handvoll davon sind eLearning-Open-Source-Optionen. Aus diesem Grund haben wir eine Liste der Top 11 der kostenlosen Open-Source-LMS-Tools für kleine und mittelgroße Unternehmen zusammengetragen, von denen die meisten jedoch leider nur auf Englisch zur Verfügung stehen. Die Reihenfolge dieser Lernplattformen kann sich bei zukünftigen Aktualisierungen ändern.

Die nachstehende Tabelle bietet eine schnelle Übersicht über alle wichtigen Aspekte der 11 Produkte, die hier in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet werden. Weitere Informationen über unsere Auswahlkriterien befinden sich am Ende dieses Artikels.

Eine Tabelle mit den Top 11 LMS-Tools für kleine Unternehmen

Kostenlose Lernplattformen: Unsere Top 11

Coggno: Integriertes Zertifizierungstool für sofortige Bescheinigungen

Bei Coggno handelt es sich um ein cloudbasiertes LMS, in dem Onlinekurse zu Compliance, Sicherheit und Business Management erstellt werden können. Der Nutzer hat die Option, dem Kursmaterial visuelle Elemente wie Bilder und Tabellen hinzuzufügen. Kurse werden in verschiedenen Formaten angeboten, u. a. Video, Audio oder Microsoft Word-Dateien.

In der Lösung ist ein integriertes Zertifizierungs-Feature enthalten, sodass Bescheinigungen direkt nach Kursabschluss zur Verfügung stehen. Kursleiter verfolgen den Fortschritt ihrer Lerner und erstellen Berichte, um den ROI der Trainingsprogramme zu messen. Autoren können ihre Kurse über Coggno.com, wie auch auf anderen ähnlichen Plattformen, verkaufen.

Screenshot Open-Source-LMS Tool Coggno

Kontrollieren der Trainingsphase eines Mitarbeiters auf Coggno LMS (Quelle)

 Vorteile: Capterra-Nutzer*innen wissen den Zugriff auf und die Kontrolle über das Kursmaterial zu schätzen. Ihnen werden die verfügbaren Trainingskurse angezeigt, sie können die Registrierung für einen Kurs anfragen und erhalten Erinnerungen für Deadlines und anstehende Tests.

 Nachteile: Nutzer*innen merken an, dass eine individuelle Anpassung der Kurse nicht möglich ist. Um Inhalte zu erstellen, muss man das Autorentool Easygenerator kaufen. Alternativ kann man auch sein eigenes SCORM (Sharable Content Object Reference Model) erstellen.

 Upgrade-Kosten: Coggno steht Universitäten kostenlos zur Verfügung, jedoch können in dieser Version keine weiteren Trainingskurse hochgeladen werden. Käuflich ist die Software über zwei verschiedene Preismodelle zu erwerben:

  • Professional LMS für 19 USD pro Nutzer/Jahr für 25–200 Nutzer
  • Enterprise LMS für 15 USD pro Nutzer/Jahr für mehr als 200 Nutzer

 Mobile Apps: n.v.

Am besten geeignet für: Auf Firmentrainings spezialisierte Unternehmen und Entwickler von eLearning-Inhalten, die ihren Kunden Schulungen für die Weiterbildung bereitstellen.

CourseSites: Analysen des Kursverhaltens fördern die Mitarbeit der Lernenden und die akademische Leistung

CourseSites (Blackboard for Business) ist eine cloudbasierte Lernplattform und ein Tool für die Kursverwaltung. Lösungen für Managed Hosting, Self-Hosting und Software-as-a-Service (SaaS) können bereitgestellt werden und Nutzer*innen sind in der Lage, digitale Inhalte online zu erstellen, zu verwalten, nachzuverfolgen und zu liefern.

Weiterhin haben Nutzer*innen die Möglichkeit, auf Onlinekurse zuzugreifen, Aufgaben hochzuladen und mit anderen Kursteilnehmer*innen und Lehrenden zu interagieren. Die CourseSites-Module setzen sich aus Dateien für die Präsentationen, Handouts, Unterlagen und Prüfungen zum Unterrichten und Testen sowie Diskussionsforen zusammen.

Screenshot_Open-Source_LMS_Tool_CourseSites

Analyse eines Kurses auf CourseSites (Quelle)

 Vorteile: CourseSites ist Capterra-Nutzer*innen zufolge benutzerfreundlich und leicht zu navigieren. Lernende können Aufgaben innerhalb des Kurses hochladen und darauf zugreifen sowie online an Prüfungen teilnehmen. Einige Nutzer*innen erwähnen positiv, dass Termine für den Onlineunterricht festgelegt, persönliche Nachrichten und Gruppen-E-Mails geschrieben und Treffen in Echtzeit angesetzt werden können.

 Nachteile: Einigen Nutzer*innen zufolge erschweren neuere Systemupdates das Abspielen von Schulungsvideos.

 Upgrade-Kosten: n.v.

 Mobile Apps: AndroidiOS

Am besten geeignet für: Unternehmen, die Gruppenschulungen durchführen oder bei denen hauptsächlich in Teams gearbeitet wird, z. B. Labore oder Krankenhäuser.

iTunes U: Schulungen werden mobil bereitgestellt

Die eLearning-Plattform iTunes U steht auch auf Deutsch zur Verfügung und bietet Hausaufgabenabgabe, einen integrierten Notenspiegel und private Diskussionsforen. In der Content-Bibliothek sind sowohl Kurse für Unternehmen als auch Schulen und Universitäten enthalten.

Lehrkräfte können Kurse im PDF-Format oder als Präsentationen mit Bildern und Videos erstellen. Innerhalb der App ist das Arbeiten mit Arbeitsblättern und dem gesamten Kurs möglich.

Screenshot Open-Source LMS Tool iTunes U

Erstellung eines Kurses in iTunes U (Quelle)

 Vorteile: Capterra Nutzer*innen wissen das große Angebot an hochwertigen Podcasts und kurzen, informativen Videos zu einer ganzen Bandbreite an Themen zu schätzen.

 Nachteile: Die Verbindung zur iCloud wird in einigen Fällen als hinderlich empfunden, da der begrenzte Cloud-Speicherplatz schnell voll ist. Weiterhin braucht das Tool einige Zeit zum Hochladen. Je nach Größe eines Updates nimmt auch das Aktualisieren, Herunterladen und Synchronisieren von Software mehr Zeit in Anspruch als angegeben.

 Upgrade-Kosten: n.v.

 Mobile Apps: iOS

Am besten geeignet für: Schulen und Universitäten mit Schülern an verteilten Standorten

LatitudeLearning: Berichte messen den Erfolg von Weiterbildungsprogrammen

LatitudeLearning ist ein cloudbasiertes LMS-Tool für die Verwaltung und Dokumentation von Online-Kursen, eLearning- und Weiterbildungsprogrammen. Es eignet sich gut für Firmentrainings und B2B-Programme und kann als SaaS oder über die Cloud bereitgestellt werden.

LatitudeLearning enthält Funktionen für die Zertifizierung, Nachverfolgung und Berichterstellung bei Weiterbildungsprogrammen und ist integrierbar mit Webex und GoToMeeting.

HTML Editor von Latitude Learning

Der integrierte HTML-Editor in LatitudeLearning (Quelle)

Vorteile: Über Video-Tutorials erfahren Nutzer, wie sie Kurse organisieren, Schulungen verwalten und Berichte erstellen können, in denen der Fortschritt der Lerner festgehalten wird.

 Nachteile: Capterra-Nutzer*innen empfinden die Benutzeroberfläche als altmodisch und nicht benutzerfreundlich. Es gibt keinen mobilen Support und keine Bibliothek mit Inhalten von Dritten. Eine Erweiterung der Funktionalität erfordert teils teure Add-Ons.

 Upgrade-Kosten: Das Standard-LMS ist für bis zu 100 Nutzer kostenlos erhältlich. Upgrades staffeln sich wie folgt:

  • 0,60 USD pro Nutzer/Monat für bis zu 1.000 Nutzer
  • 0,55 USD pro Nutzer/Monat für bis zu 5.000 Nutzer
  • 2,75 USD pro Nutzer für bis zu 5.000 Nutzer im Jahresplan für die maximale Kursanzahl

Weitere Preise sind auf der Produktwebsite einsehbar.

 Mobile Apps: n.v.

Am besten geeignet für: Kleine Unternehmen, die ihre Kurse zentral in der Cloud speichern möchten

Myicourse: Weiterbildung für Fachkräfte

Bei Myicourse handelt es sich um eine cloudbasierte Lösung zum Erstellen und Bereitstellen von Kursen, die zur Weiterbildung und Schulung eingesetzt werden.

Nutzer*innen haben die Möglichkeit, online „Colleges“ zu erstellen, in denen verschiedene Kurse angeboten werden. Diese können auch öffentlich geschaltet und kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Werden die Kurse nur privat bereitgestellt, ist die Software für bis zu 100 Nutzer gratis verfügbar.

Screenshot Open-Source LMS Tool Myicourse

Beispiel für ein privates Myicourse-College (Quelle)

 Vorteile: Die Tools zum Bearbeiten und Anpassen werden von Capterra-Nutzer*innen positiv erwähnt. Kursleiter können das Nutzeraufkommen nachverfolgen, den Kursverkauf verwalten und Zertifizierungen anbieten.

 Nachteile: In der kostenlosen Version werden Kurse öffentlich geschaltet, sodass sich diese Option nicht für sensible und private Daten eignet. Außerdem wird in der kostenlosen Version Werbung angezeigt.

 Upgrade-Kosten: Die Software kann bei öffentlicher Nutzung gratis verwendet werden. Für eine private Nutzung stehen folgende Modelle zur Auswahl:

  • Bronze: 50 USD pro Monat für 100–500 Nutzer mit Zugriff auf 500 Kurse
  • Silver: 100 USD pro Monat für 501–2.500 Nutzer mit Zugriff auf 2.500 Kurse
  • Gold: 250 USD pro Monat für 2.501–10.000 Nutzer mit Zugriff auf 10.000 Kurse

 Mobile Apps: n.v.

Am besten geeignet für: Kleine Unternehmen, die von ihren Angestellten eine fortlaufende Weiterbildung erwarten und so bei Best Practices, Technologie und Vorschriften immer auf dem Laufenden sind.

Schoology: Kursverwaltung auf verschiedenen Geräten

Schoology ist ein webbasiertes Freemium-LMS mit eLearning-Inhalten wie Kursen, Trainings und Programmen. Kursleiter können nach Abschluss Berichte zur Leistung der Lernenden erstellen.

Schoology stellt Lernangebote für Schulen/Universitäten und Unternehmen bereit. Bildungseinrichtungen können das Basismodell kostenlos nutzen. Weiterhin ist ein Upgrade auf ein Enterprise-Paket möglich, wenn spezielle Unterstützung oder die Integration mit einem Hochschulinformationssystem erforderlich sind.

Kursdashboard von Schoology

Kursdashboard von Schoology in der Kachel-Ansicht (Quelle)

 Vorteile: Nutzer*innen loben Features wie den mobilen Zugriff, die Integration mit Google Drive, die Tools zur Erstellung von Inhalten und den Bibliothekszugriff mit öffentlich zugänglichen Kursen und weiteren Inhalten.

 Nachteile: Der Lösung fehlen Capterra Nutzer*innen zufolge einige wichtige Features wie das Sperren eines Kursordners oder eine leichte Navigation durch Prüfungen/Tests.

 Upgrade-Kosten: Schoology hat zwei Preismodelle im Angebot: Das Basisangebot ist für Kursleiter und Lerner frei zugänglich. Das Enterprise-Paket richtet sich mit einem individuellen Preismodell an Bildungseinrichtungen.

 Mobile Apps: AndroidiOS

Am besten geeignet für: Bildungseinrichtungen, die eine komplizierte Kurserstellung vermeiden möchten. Kurse können einfach hochgeladen und mit Schülern/Studenten geteilt werden.

Die besten eLearning-Open-Source-Tools

ATutor: LMS für blinde und sehbehinderte Menschen

ATutor ist ein webbasiertes LMS mit Online-Kursverwaltung und Content-Authoring zur Erstellung von eLearning-Kursen.

Das Tool beinhaltet einen Webdienst, über den die Barrierefreiheit der Kurse nach internationalen Standards wie der American Society for Training and Development (ASTD) zufolge bewertet wird.

Screenshot_Open-Source_LMS_Tool_Atutor

Integriertes Feature zur Erstellung von Kursen auf ATutor

 Vorteile: Capterra-Nutzer*innen loben, dass Kurse im Rahmen der Plattform erstellt und auch externe Dateien importiert werden können.

 Nachteile: Nutzer*innen zufolge ist die Benutzeroberfläche veraltet, kompliziert, schwierig zu bedienen und fällig für ein Update.

 Upgrade-Kosten: n.v.

 Mobile Apps: n.v.

Am besten geeignet für: Non-Profit-Organisationen oder Einrichtungen, die Bildungsinhalte und -kurse für Blinde und Sehbehinderte zur Verfügung stellen möchten.

Dokeos: Compliance-Schulung für die pharmazeutische Branche

Dokeos ist ein Open-Source-LMS-Tool, das sich an Pharma- und Gesundheitsorganisationen richtet. Es enthält Features wie Kurs-Authoring, Fortschrittskontrolle, Berichterstellung und Zertifizierungsmanagement.

Mithilfe von 2D- und 3D-Grafiken können Kursleiter Prüfungen und Tests erstellen. Ein Alleinstellungsmerkmal ist Oogie Rapid Learning, ein Feature, mit dem Microsoft Word-Dokumente und PowerPoint-Präsentationen automatisch zu Dokeos-Folien transkribiert werden.

Die Lösung verfügt auch über ein Compliance-Schulungsprogramm, das Unternehmen dabei unterstützt, Normen wie Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA) und Occupational Health and Safety Act (OSHA) einzuhalten.

Kursverwaltung in Dokeos

Kursverwaltung in Dokeos (Quelle)

 Vorteile:Capterra-Nutzer*innen loben die Chat- und Messagingfunktionen, über die Kursleiter*innen in Echtzeit mit den Lernenden, aber auch mit den Autor*innen der Inhalte in Kontakt treten können.

 Nachteile: Nutzer*innen merken an, dass Kurse nicht den eigenen Wünschen entsprechend geändert werden können. Weiterhin dauert es eine Weile, bis im Forum und vom Kundenservice auf Fragen oder Probleme reagiert wird.

 Upgrade-Kosten: Folgende Nutzer können ein Upgrade erstehen:

  • Ausbildungs-/Schulungszentren: 250 USD pro Monat für bis zu 50 Nutzer und 450 USD pro Monat für 51–100 Nutzer.
  • Unternehmensorganisationen: 385 USD pro Monat für bis zu 50 Nutzer und 650 USD pro Monat für 51–100 Nutzer.
  • Pharma- und Gesundheitsorganisationen: Auf Anfrage.

 Mobile Apps: n.v.

Am besten geeignet für: Kleine Unternehmen in der Pharma- und Gesundheitsbranche, die über die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, Wirtschaftsprüfungen und relevante Lizenzen und Genehmigungen auf dem Laufenden sein müssen.

Forma LMS: Individuell gestaltbare Kurse mit integriertem Authoring-Tool

Forma LMS ist ein Open-Source-LMS mit Funktionen für eLearning- und Kursmanagement, Videokonferenz-Integration, Kurs-Authoring, integrierte Zertifikate und mehr.

Weiterhin sind ein Tool zum Bearbeiten von Inhalten im Nutzermanagement und Berichterstellungsfunktionen enthalten, um Daten zur Teilnahme der Lernenden, Aufgaben und fertiggestellten Kursen zu erfassen. Über den Forma-Marketplace können auch Kurse verkauft werden.

Feature Dashboard von Forma MLS

Das Feature-Dashboard von Forma LMS

 Vorteile: Capterra-Nutzer*innen merken positiv an, dass Kurse nach Kategorien organisiert werden können. Schulungen können so nach Themen sortiert aus einem Pool der relevanten Kurse ausgewählt werden.

 Nachteile: Die Nutzeroberfläche ist einigen Nutzer*innen zufolge nicht benutzerfreundlich und in verschiedenen Funktionen sind einige kleinere Bugs aufgetreten.

 Upgrade-Kosten: n.v.

 Mobile Apps: n.v.

Am besten geeignet für: Kleine Unternehmen, die ihre Kurse auf einer eCommerce-Plattform vertreiben möchten.

Moodle: Drag-&-Drop-Funktion zum Anpassen von Kursen

Moodle ist eine kostenlose Open-Source-Lernplattform zum Erstellen von benutzerdefinierten Kursen. Sie steht auch auf Deutsch zur Verfügung und wird in vielen Schulen und Universitäten eingesetzt. Die Plattform umfasst Tools zur Verwaltung von virtuellen Unterrichtsräumen, erstellt Zertifizierungen und analysiert den Erfolg von Schulungprogrammen.

Mithilfe der Funktion für soziales Lernen können Lernende und Kursleitung einander direkt Nachrichten in den Kursforen schicken. Moodle kann auf Mobilgeräten genutzt werden und bietet Plug-Ins für Drittanbieter wie Office 365, eine Integration in OneNote und die Möglichkeit, Kurse über PayPal zu kaufen bzw. verkaufen.

Plug-In-Verwaltung in Moodle

Plug-In-Verwaltung in Moodle (Quelle)

 Vorteile: Capterra-Nutzer*innen mögen die einfache und dynamische Benutzeroberfläche, die sich auch sehr gut anpassen lässt. Im Community-Forum werden Updates zu Add-Ons, Plug-Ins und weiteren Ressourcen eingestellt.

 Nachteile: Nutzer*innen zufolge lassen sich größere Gruppen in verschiedenen Kursen nur schwer verwalten, was sich bei kleineren Nutzergruppen pro Kurs jedoch problemlos gestalten lässt. Bei der Mobilversion wird auch die Langsamkeit bemängelt.

 Upgrade-Kosten: Moodle kann kostenlos auf dem eigenen Server installiert werden. Kostenpflichtige Cloud-Hosting-Pakete stehen zu den folgenden Preisen zur Verfügung:

  • Starter: 58 USD pro Jahr für 50 Nutzer (ideal für einen Kurs)
  • Mini: 182 USD pro Jahr für 100 Nutzer (ideal für mehrere Kurse)
  • Small: 364 USD pro Jahr für 200 Nutzer (ideal für mehrere Kurse)
  • Medium: 729 USD pro Jahr für 500 Nutzer (ideal für mehrere Kurse)

 Mobile Apps: iOSAndroid

Am besten geeignet für: Schulen, Universitäten und Unternehmen aller Größen im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Sakai CLE: Erweitertes soziales Lernen in Kursforen

Sakai CLE ist ein Open-Source-LMS für Schulen, in dem mit Aufgabenzuweisung, Kalender, Notenspiegel, Prüfungen und Tests gearbeitet werden kann. Es stehen Features für die Kursverwaltung, den Lehrplan und das Kurs-Authoring zur Verfügung. Die Lösung richtet sich eher an akademische Einrichtungen als an Unternehmen.

Sakai bietet Funktionen für das soziale Lernen wie eine Einbettung von Multimedia-Kursen, eine Chat-Funktion und Video-Tutorials. Es lässt sich in Google Docs integrieren und bietet Tools wie Wiki-Plattformen, auf denen auch Nutzer mit geringen Kenntnissen Webseiten erstellt können.

Screenshot Open-Source-LMS Tool Sakai

Sakai-Dashboard zur Fortschrittskontrolle (Quelle)

 Vorteile: Capterra-Nutzer*innen erzählen, dass die Sakai-Community sich sehr bemüht, die Funktionen des Tools zu erweitern. Die Community arbeitet daran, alle Erfolgskriterien der Stufen A und AA der Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG) 2.0 zu erfüllen.

 Nachteile: Nutzer*innen meinen, dass die Benutzerfläche veraltet und nicht intuitiv ist. Die Präsentation der visuellen Elemente wie Symbole und Schaltflächen könnte verbessert werden.

 Upgrade-Kosten: Bei der Software fallen keine Lizenzkosten an und sie kann von unbegrenzt vielen Einzelpersonen oder Einrichtungen genutzt werden.

 Mobile Apps: n.v.

Am besten geeignet für: Schulen und Universitäten, die anpassbare Online-Kurse erstellen, den Fortschritt von Schülern/Studenten nachverfolgen und verschiedene Schulungsprogramme verwalten müssen.

Diese Liste wurde im Juni 2019 aktualisiert, wobei Tools entfernt wurden, die nicht länger unseren Kriterien entsprechen. Weiterhin wurden alle Informationen und Screenshots aktualisiert.

VORGEHENSWEISE

Bei der Bewertung der kostenlosen und Open-Source-Tools für diese Aufzählung wurde folgendermaßen vorgegangen:

Kostenlose Produkte:

Im Sinne dieses Artikels wurde ein Produkt als „kostenlos“ eingestuft, wenn es eine kostenlose, eigenständige Version der Software anbietet. Hierbei handelt es sich nicht um eine Testversion der Software, bei der nach Ablauf eines bestimmten Zeitraums eine Lizenz gekauft werden muss.

Open-Source-Produkte:

Damit die in diesem Artikel besprochene Software als Open Source eingestuft wurde, muss der Quellcode für jeden einsehbar, modifizierbar und verbesserungsfähig sein. Der Quellcode muss in den letzten 12 Monaten aktualisiert worden sein (entweder durch ein Update für die Vollversion oder kleine Problembehandlungen) und eines der Betriebssysteme Windows, Mac oder Linux unterstützen.

Außerdem wurde überprüft, ob die Produkte unseren Kriterien für LMS-Software entsprechen:

„LMSs unterstützen Organisationen/Einrichtungen bei der Verwaltung und Automatisierung von ihrem Online-Unterricht bzw. Schulungsprogrammen.“

Produkte wurden weiterhin als LMS-Software eingeordnet, wenn sie über eine der Hauptfunktionen wie eLearning-Management oder Kursverfolgung sowie einige optionale Funktionen wie Zertifizierung, Compliance Management, Kurs-Authoring, Kursbibliothek oder mobiles Lernen verfügten.

Haftungsausschluss: In diesem Artikel sind die Meinungen von Nutzer*innen der verschiedenen Tools enthalten, die nicht notwendigerweise die Ansichten von Capterra wiedergeben.

Du bist auf der Suche nach LMS-Software? Wirf einen Blick auf Capterras Liste der besten Learning-Management-Systeme!

Formation et LMS : comment choisir le bon logiciel ?

LMS formation

LMS formation

La digitalisation de la formation commencée il y a plus de 20 ans est désormais devenue incontournable avec la rapidité des changements auxquels les entreprises doivent faire face. Les connaissances et compétences ne peuvent plus être seulement absorbées par les formations présentielles classiques, mais nécessitent de pouvoir disposer d’outils spécifiques. Les logiciels de Learning Management System permettent à la fois de gérer les différentes offres de formation, de diffuser des contenus, de suivre les courbes d’apprentissage et offrent bien d’autres fonctionnalités au service des professionnels de la formation et des apprenants.

Mais si ces outils de learning management sont devenus indispensables aux entreprises, les critères sur lesquels elles peuvent s’appuyer pour choisir leur solution LMS ne sont pas toujours évidents.

Nous vous donnons dans cet article les éléments clés afin de faciliter votre choix de plateforme de formation en ligne, en insistant sur cinq critères qui nous paraissent décisifs.

À quels besoins répond un LMS ?

Un LMS répond à la fois à des besoins des entreprises, des responsables de la formation mais aussi des apprenants afin de rendre l’expérience formation plus fluide sur l’ensemble du parcours.

En effet, ces systèmes permettent de gérer la montée en puissance de l’offre de formation de manière homogène et réactive. Ils offrent un suivi de la performance et du parcours de chaque utilisateur (employé, collaborateur, permanent ou non). Ils permettent en outre de former rapidement beaucoup de monde à un coût faible par apprenant.

Pour les employés, c’est la possibilité de ne plus avoir à attendre l’accord de son manager pour définir des dates parfois si lointaines qu’elles retirent l’intérêt même de cette formation. Un LMS permet d’accéder n’importe quand, n’importe où, à un contenu très large, et offre ainsi aux salariés la possibilité de construire leur parcours de formation et leur parcours professionnel en toute autonomie, en fonction de leurs besoins.

En effet, les postes et les intitulés voient leurs frontières s’élargir par une nécessité de polyvalence et d’adaptabilité aux évolutions des missions, et nécessitent de former les employés en temps réel.

5 critères essentiels dans le choix d’un LMS

LMS formation

1. Les fonctionnalités

Les fonctionnalités d’un LMS sont nombreuses ; voici les plus importantes à prendre en compte au moment de choisir votre solution LMS.

  • Gestion : ces fonctionnalités vont permettre de gérer à la fois les cours, les inscriptions à ces derniers, ainsi que les différents rôles dans l’outil (enseignant ou apprenant).
  • Diffusion et création des contenus : permet de diffuser plusieurs contenus, d’interagir avec ceux-ci en fonction des rôles, et de les afficher sur des supports variés (ordinateur, tablette, smartphone) ; permet également de créer des contenus originaux pouvant prendre la forme de parcours de formation organisés, d’évaluations de type QCM ou bien de cours avec importation et création de document.
  • Personnalisation : chaque apprenant doit pouvoir disposer de son espace personnel, d’un suivi de ses activités avec reporting et agenda, et d’une personnalisation de son espace.
  • Outils de communication : ils permettent d’animer le LMS et d’assurer un lien avec les apprenants, ce qui amène de nombreux LMS à adopter les mêmes outils que les réseaux sociaux et plateformes collaboratives.
  • Reporting : les LMS doit son succès à sa capacité de mobilisation des apprenants. Le système doit donc permettre de connaître rapidement le nombre d’apprenants, leur progression, leur taux de satisfaction, le pourcentage de formations suivies jusqu’au bout…

2. La taille de l’entreprise

Une PME devra s’orienter vers des solutions qui facilitent au maximum le travail du responsable du LMS car celui-ci sera souvent le responsable formation. Il est préférable de sélectionner des systèmes reprenant les standards du marché comme les contenus de type SCORM, ainsi que le mode cloud qui simplifie la mise en place. Un outil comme TalentLMS est un bon exemple d’un tel logiciel.

Une entreprise de taille intermédiaire aura le choix entre l’hébergement en interne de la solution ou celui d’un mode cloud. Ses ressources lui permettront de travailler plus finement sur les aspects graphiques et l’intégration de solution aux outils de formation existants pour les centraliser.

Une grande entreprise doit aborder le choix d’un LMS comme un projet informatique majeur avec une équipe dédiée. Elle devra en outre gérer les problématiques de reprise de l’outil existant et d’interface avec le SIRH, rendre les contenus disponibles en plusieurs langues, et garantir la sauvegarde et protection des données. Ce projet devient souvent le fer de lance de la transformation digitale de l’entreprise avec un soutien fort de la direction, mais également des hautes exigences de réussite. Seuls les LMS ayant des expériences réussies avec d’autres grandes entreprises ou groupes seront susceptibles de pouvoir répondre à ces attentes.

3. Les modes d’utilisation

Les modes de travail ont fortement évolué : les moyens d’accéder à la formation, les lieux et les supports sont désormais d’une grande diversité.

Lorsque l’on parlait de formation en ligne il y a quelques années, on s’imaginait les salariés suivant les cours à leur poste de travail pendant leur pause, ou bien lors d’heures de formation prévues avec leur manager.

Ce temps est révolu et de plus de plus de salariés suivent ces formations de chez eux, que ce soit en dehors des heures de travail ou en télétravail, ce dernière pratique étant de plus en plus courante.

La véritable révolution est l’usage du mobile comme appareil à tout faire. Il suffit de voir que 64 % des Français surfent depuis leur mobile pour comprendre cette révolution et la prendre en compte lors du choix de votre LMS. Si vous avez un nombre important de salariés en télétravail, jeunes ou avec des temps de transport importants, la compatibilité de votre LMS avec un usage par mobile est importante et votre LMS devrait être conçu dès le départ comme “mobile friendly”.

Il peut ainsi être intéressant d’avoir un LMS permettant les consultations hors ligne après téléchargement, une orientation ludique en responsive design des contenus et un chargement en ligne rapide avec une navigation fluide.

4. Les langues

Ce point est d’autant plus important si votre entreprise est implantée à l’international afin de permettre le plus large accès aux apprenants sans discrimination par rapport à la langue. Le choix de votre LMS sera alors fortement influencé par ses capacités en formations multilingues avec une interface disponible dans plusieurs langues.

Vous aurez certainement intérêt à préférer une solution dans le cloud plutôt qu’un hébergement sur vos propres serveurs pour des raisons de disponibilité et de capacité à gérer des interfaces multiples et des problèmes de sécurité.

Qui dit multilingue dit aussi multiculturel avec un travail sur les contenus corporate afin de ne pas utiliser des images pouvant être mal perçues dans certains pays. Ce souci de compréhension doit aussi s’appliquer aux principes de navigation comme au choix des boutons de navigation et pictogrammes.

Enfin vous pouvez vérifier si le LMS affiche par défaut une langue en fonction de la géolocalisation de l’apprenant, ce qui peut faciliter son accès tout en s’assurant que le changement de langue reste aisé.

5. Le budget

Calculer le budget de la mise en place d’un LMS et de son exploitation sur plusieurs années demande une bonne appréciation de l’ensemble des coûts à chaque étape.

Parmi tous les LMS disponibles, vous allez trouver des outils gratuits avec des versions basiques, des outils payants aux fonctionnalités avancées, d’autres avec une licence à vie ou mensuelle, ou encore proposant une facturation en fonction du nombre d’apprenants pour les solutions dans le cloud. Vous devrez estimer le budget nécessaire pour votre propre LMS, assurer sa maintenance, ainsi que son approvisionnement en nouveaux contenus.

  • Si votre LMS est hébergé dans votre entreprise :

Le choix d’héberger son LMS dépend, d’une part, de vos ressources internes en informatique, mais aussi du coût des serveurs dédiés, des équipes qui devront assurer le back office et les mises à jour, ainsi que les interfaces avec votre SIRH.

Vous aurez alors le choix entre un outil en open source avec tous les aléas de la gratuité apparente, ou de prendre une licence et disposer ainsi d’une garantie de suivi, de maintenance et de support professionnel.

Cette licence peut être à durée limitée ou illimitée. Le premier choix sera réservé aux entreprises qui sont certaines de maintenir le même LMS durant plusieurs années, alors que le second permettra une plus grande souplesse et une capacité d’adaptation en fonction de la progression du nombre d’apprenants.

  • Si votre LMS est dans le cloud :

Une fois la phase de déploiement passée, vous pourrez choisir différentes options pour avoir accès à votre plateforme.

Vous pourrez opter pour une tarification basée sur le coût par apprenant et souvent par paliers de nombres d’utilisateurs avec des tarifs dégressifs.

Les droits par utilisateur de la solution dans le cloud peuvent sembler élevés, mais ils sont aussi le prix de la tranquillité, de la disponibilité et du support lors de problème. Il faut être vigilant sur la définition de ce qu’est un utilisateur pour votre fournisseur, en particulier s’il fait une différence entre utilisateur enregistré et utilisateur actif.

Il existe aussi la tarification basée sur le coût d’utilisation. Le budget mensuel dépend alors des inscriptions et du suivi des cours, ce qui le rend plus juste, mais aussi plus difficile à évaluer et donc parfois moins intéressant si son utilisation s’annonce importante.

Dans tous les cas, lors des comparaisons entre les offres, vous devrez exiger la plus grande lisibilité sur leur grille tarifaire, avec une définition des termes employés, l’ensemble des coûts dans la durée du projet. Stipuler contractuellement à ne pas avoir à supporter des coûts cachés.

Les clés du succès des LMS

LMS formation

Le LMS répond au besoin d’autonomie des salariés, en particulier des plus jeunes, et à celui de pouvoir se former où ils le désirent et quand ils le veulent. Les formations présentielles ont bien entendu des avantages mais sont compliquées à organiser et demandent du temps ; il est tellement plus facile de sortir son mobile sur le trajet du travail.

À l’heure où les entreprises sont en permanence amenées à s’adapter, les salariés doivent acquérir de nouvelles compétences, et la formation en ligne à l’aide d’un LMS répond particulièrement bien à la nécessité d’acquisition rapide de soft skills. Vous pouvez bien entendu proposer des programmes spécifiques au leadership ou à la collaboration, mais ce qui est intéressant dans le LMS, c’est que l’outil par lui-même permet aux salariés qui l’utilisent de développer de nouvelles compétences. Ils doivent parfois utiliser les outils de partage et de collaboration afin de suivre leur parcours de formation ; celui-ci peut être évalué par leur manager pour mesurer l’acquisition de nouvelles soft skills.

Les LMS peuvent apporter de nouvelles approches de la formation : gamification,  puissance de la vidéo ou du virtuel, couplés à des questionnaires dynamiques afin de créer une expérience immersive. On améliore ainsi largement le suivi des formations et l’engagement des salariés.

Enfin, les LMS proposent des badges ou la reconnaissance des acquis par certification. Cela  permet aux salariés de construire un portefeuille de compétences validées qu’ils peuvent utiliser dans leur parcours professionnel, pour prétendre à un nouveau poste ou de nouvelles missions.

La formation à portée de main

Les LMS constituent une révolution douce et digitale de la formation car ils sont faciles à utiliser, personnalisables, attractifs et accessibles.

Ce sont des outils puissants pour les salariés à qui ils permettent de suivre des formations en fonction de leurs centres d’intérêt et de leur disponibilité, ainsi que d’accéder à de nombreux contenus et de gérer leur parcours à l’aide d’un tableau de bord personnel. Les LMS sont des outils essentiels et efficaces pour évoluer, se réinventer et s’adapter.

L’expérience positive de l’apprenant qui utilise un LMS renforce l’expérience salarié et améliore sa productivité comme son engagement.

Le choix du LMS devra correspondre à la taille de l’entreprise, à son implantation (locale ou à l’étranger), et bien entendu à son budget afin de lui offrir les plus grandes chances de réussite. Comme nous l’avons vu, les LMS se sont pas réservés aux grandes entreprises, à condition de bien identifier ses objectifs d’utilisation prioritaires.

À PROPOS DE L’AUTEUR

 

 

 

 

 

Vincent Berthelot a été enseignant associé au CELSA dans les Masters RH à l’ESG, responsable formation, puis chargé des relations sociales dans un grand groupe français. Auteur de divers ouvrages, il est actuellement responsable de la veille stratégique à l’Observatoire des réseaux sociaux d’entreprise et intervenant auprès des entreprises dans les domaines du management, de l’expérience salarié et de la performance sociale. Retrouvez-le sur LinkedIn et sur Twitter : @VinceBerthelot

Was ist eine Learning Experience Plattform und wird sie das klassische LMS ersetzen?

Traditionelle Lernplattformen bzw. Lernmanagementsysteme (Learning Management Systems, kurz LMS) kommen immer mehr aus der Mode. Sie werden den Anforderungen heutiger Arbeits- und Lernweisen nicht mehr gerecht und ihre Technologie ist oft veraltet und entspricht nicht mehr dem, was Angestellte abseits ihres Arbeitsplatzes gewohnt sind.

Laut George Elfond, dem Mitgründer und CEO der Intelligent Workforce Engagement-Lösung Rallyware, haben die unterschiedlichsten Faktoren zu diesem Trend beigetragen:

  • Zunehmend dezentral arbeitende Belegschaften
  • Die Verbreitung mobiler Technologien
  • Ein Generationenwechsel unter den Arbeitskräften, z. B. durch Millennials, die an digitale Lernmethoden gewöhnt sind und diese auch zunehmend nutzen möchten.

An dieser Stelle kommen „Learning Experience“-Plattformen (LXP) ins Spiel, neuartige Lösungen, die parallel zu einem LMS eingesetzt werden können und Lernangebote für Unternehmen in einer Art Netflix-Stil präsentieren.

Wir haben uns mit einigen E-Learning- und Lernmanagement-Experten unterhalten, um mehr darüber zu erfahren, welche Probleme es aktuell mit LMS gibt und wie Lernerfahrungsplattformen das Lernen im Arbeitsumfeld wieder attraktiver gestalten können.

Frage: Sind traditionelle Learning Management Systems für das Lernen in Unternehmen noch geeignet und wenn nein, warum nicht?

Elfond: „Traditionelle LMS erzwingen durch bestimmte Mechanismen in hochstrukturierten Umgebungen und Lernprozessen die Teilnahme. Der Ablauf ist dabei immer derselbe: Nach einem langatmigen Tutorial folgt ein Quiz, um das Verständnis zu überprüfen.“

John Findlay, Mitgründer des Schulungsunternehmens Launchfire und der Lernplattform Lemonade: „Eine der häufigsten Beschwerden von Experten und Bereichsleitern lautet: Das LMS ist nicht attraktiv genug, um Angestellte dazu zu bringen, auch nicht obligatorische Schulungen zu machen. In vielen Fällen kann die Personalabteilung das LMS nicht wechseln, da sie sich durch hohe Ausgaben an ein langfristiges Angebot gebunden hat. Geschäftsinhaber und Fachleute müssen also versuchen, ihre Geschäftsziele mit einem Tool zu erreichen, das nicht richtig funktioniert.“

Mika Kuikka, Inhaber des Unternehmens für digitale Lerntechnologie Valamis: „Herkömmliche LMS setzen Angestellten oft eine riesige Menge an Inhalten vor, was es schwierig macht, wirklich relevante Inhalte zu finden. Das verschlechtert das Nutzererlebnis erheblich und die Angestellten sind kaum motiviert, sich mit Inhalten zu beschäftigen, solange sie nicht als verpflichtend präsentiert werden oder für Compliance-Zwecke erforderlich sind.“

Tara O’Sullivan, Chief Creative Officer (CCO) beim E-Learning-Anbieter Skillsoft: „Lernmanagementsysteme können wichtige Aufgaben der Mitarbeiter zusammenführen und verfolgen, die für das Personalmanagement erforderlich sind, um die Fertigkeiten ihrer Angestellten und Teams zu optimieren. Dabei geht es um die unterschiedlichsten Fähigkeiten von der Rekrutierung bis zur Buchhaltung. Damit ein LMS erfolgreich ist, muss es die Lücken zwischen den Fertigkeiten und Kompetenzen schließen, die die Betreffenden brauchen, um besser in ihrem Job zu werden, und zwar jeweils vor dem Hintergrund dessen, was aktuell erreicht werden soll. Die Aufgabe besteht darin, Unternehmen auf die Zukunft vorzubereiten und die Performance messbar zu verbessern.

Frage: Welche neuen Learning Experience-Modelle entstehen (oder werden entstehen), die herkömmliche Lernmethoden und LMS ersetzen können?

Elfond: „Wer neue Lernmodelle entwickelt, muss genau verstehen, wie moderne Angestellte lernen und mit ihren Unternehmen interagieren. Zum wirklichen Lernen gehört aktive Beteiligung, nicht bloß passive Teilnahme. Die Lernenden von heute müssen die Möglichkeit haben, in ihrem eigenen Tempo zu lernen und selbst aus verschiedenen Lernmodulen und spaßigen Übungen auszuwählen. Anstelle von langatmigen Trainingsmodulen, die immer mit einem Quiz enden, sollten die Trainingsmodule auf Mikrolernaktivitäten basieren, kleinen, verständlichen Informationshäppchen, die die Motivation fördern.“

Zvi Guterman, CEO bei CloudShare, sagt: „In Zukunft werden Unternehmen allen Angestellten eine persönliche Lernerfahrung bieten, die sich nach Bedarf aus unterschiedlichen Schulungsarten und -formaten zusammensetzt, angepasst an den Zeitpunkt, das Dienstalter, der Hintergrund und die Erfahrung der entsprechenden Personen. Wir können davon ausgehen, dass dies durch die Einführung von künstlicher Intelligenz vereinfacht wird, die beobachtet und lernt, was jeder Angestellte braucht und worauf sich jeder konzentrieren sollte.“

O’Sullivan: „In der vielbeschäftigten Welt von heute wollen Lernende Inhalte schnell finden, Themen in unter 5 Minuten abschließen und zu ihrem Kurs zurückkehren, wo und wann auch immer sie wollen. Wir nennen das Mikrolernen: Lerneinheiten von 3-5 Minuten. In manchen Bereichen, zum Beispiel bei digitalen Fertigkeiten, braucht man sogar noch weniger Zeit. Wer herausfinden will, wie man in Excel eine Pivot-Tabelle erstellt, braucht keine 5 Minuten, sondern eher 20 gut genutzte Sekunden. Genau das nennt man Nano-Lernen: Auf kleinste Häppchen reduzierte Videos, die Schulungen in zielgerichtete Informationshappen verpacken und an den Empfänger bringen. Diese Videos sollten auf jedem Gerät verfügbar sein, auf dem Online-Schulungsvideos angezeigt werden können. So können Mitarbeiter Qualifizierungslücken schließen, ihre Leistung verbessern, ihre Karriere flexibler gestalten und Führungsqualitäten aufbauen – genau dann, wenn sie es brauchen.“

Greg Rose, Head of Growth beim Lernplattform-Anbieter Intellum: „Das Ziel besteht darin, ein motivierendes Lernerlebnis zu schaffen, und der Schlüssel zur Motivation ist die Personalisierung. Lernende, die sich in einer Lösung anmelden, die genau auf sie zugeschnitten scheint, fühlen sich den Inhalten, der Lernumgebung und der dahinterstehenden Marke stärker verbunden und entsprechend motivierter.“

Frage: Was sorgt für eine motivierende Lernerfahrung?

Rose: „Es gibt derzeit eine Annäherung zwischen formellen und informellen Inhalten, traditionellen und nicht-traditionellen Lernerfahrungen sowie zwischen den beruflichen und persönlichen Lernprozessen. Schulungsanbieter müssen traditionelle Elemente und Inhalte wie SCORM-Kurse und modernere Lernmöglichkeiten wie TED Talks und Blogartikel, die auch als Microlearning-Initiativen bezeichnet werden, miteinander kombinieren, aufeinander abstimmen, nachverfolgen und darüber berichten.

Die Lernenden sollten nicht nur auf erforderliche Inhalte verwiesen werden, sondern auch dazu angeregt, neue Inhalte zu entdecken, die sie wirklich interessant und nützlich finden: 89 Prozent der Angestellten glauben, dass sie selbst für ihr Lernen und ihre Entwicklung verantwortlich sind. Aktuell wird viel darüber geredet, wie man diese große Vielfalt an Inhalten über eine „Netflix-artige“ Lernoberfläche vermitteln könnte. Darin wären die Lernressourcen und -optionen in horizontal durchlaufenden Reihen gruppiert, die es Lernenden einfacher machen, zu finden und zu nutzen, was sie als wichtig empfinden. In diesem Punkt können wir nur zustimmen.“

Frage: Was ist eine Learning Experience Platform und wie wird sie zum Entstehen neuer Lernmodelle beitragen?

Kuikka: “Learning Experience Platforms nutzen Experience API, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um Daten zu sammeln und vom Lernenden abhängige personalisierte Inhalte zu kuratieren, unabhängig davon, wo der oder die Betreffende sich gerade befindet.“

Findlay: Gute Plattformen verfügen über leistungsstarke Analysen, die umfangreiche Informationen über den Lernprozess Einzelner und den Gesamterfolg von Programmen liefern können. Die besten Plattformen finden sogar heraus, wo bei Einzelpersonen und in Unternehmen Wissenslücken bestehen.“

Guterman: „LXPs machen es ihren Nutzern bzw. Nutzerinnen einfach, Schulungsinhalte zu entdecken, zu nutzen und zusammenarbeiten. Man kann die unterschiedlichsten Arten von Inhalten aus internen und externen Quellen hinzufügen. Dabei darf man nicht vergessen, dass eine richtige Learning Experience Platform kein alleinstehendes System ist, das alles für einen tut. Man benötigt eine Reihe von Tools, Inhaltstypen und Methoden, um die Inhalte unters Volk zu bringen, in den meisten Fällen sind das wohl Cloud-Dienste.“

Frage: Woher kommen die Inhalte?

Rose: „Wie in so vielen Bereichen der Arbeit und des Lebens gibt es auch bei der Content-Frage keine Patentlösung. Heutzutage erwarten die Leute personalisiertere Lernumgebungen, in denen sie etwas entdecken können und die den Erfahrungen entsprechen, die sie in ihrer Freizeit mit anderen Marken machen. Schulungsanbieter müssen heute also mit einer Mischung aus modern und traditionell, formell und informell, entdeckendem und zielgerichtetem Lernen jonglieren und gleichzeitig ihre Zielgruppen motivieren und unterstützen. Es gibt bereits sehr gute Ressourcen (Degreed, Lynda.com, OpenSesame usw.), aber die meisten Schulungsanbieter haben erkannt, dass ihr breit gefächertes Lernpublikum (unterschiedliche Lernziele, Vorlieben verschiedener Generationen usw.) auch breitgefächerte und abwechslungsreiche Inhalte erfordert, einschließlich informeller Methoden und Microlearning-Initiativen.“

Frage: Worin unterscheidet sich eine Learning Experience Platform von einem LMS?

Guterman: „Die LMS der Vergangenheit konzentrierten sich hauptsächlich auf die Anforderungen des Personalmanagements und wurden geschaffen, um formale und compliancebezogene Schulungen zu verwalten. Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal von Learning Experience Platforms ist ihr Fokus auf das Bereitstellen von effektiven Verwaltungs- und Management-Tools sowie der Möglichkeit, den ROI von Lern- und Schulungsinitiativen zu ermitteln. Unternehmen können Angestellten, Kunden und Partnern mithilfe von LMS und Learning Experience Platforms und deren modernen Mikro- und Makro-Methoden praktische Lerninhalte bereitstellen und diese gleichzeitig verwalten und nachverfolgen.“

Frage: Was sind die Vorteile einer Learning Experience Platform?

Findlay: „Learning Experience Platforms ermöglichen bereicherndere, interaktivere Inhalte, da sie nicht durch die strikten Protokolle beschränkt werden, die die meisten LMS einsetzen. Einige Plattformen können sogar zusätzlich zu einem LMS eingesetzt werden, sodass Unternehmen ihr aktuelles System nicht ersetzen müssen, sondern es einfach für bestimmte Projekte umgehen können.“

Frage: Worauf sollten Unternehmen bei einer Learning Experience Platform achten?

Kuikka: „Eine LXP sollte keine „Lernbibliothek“ und kein „Kursverzeichnis“ sein. Es geht um eine intelligente Methode, um Lernenden kontextabhängig gezielt Inhalte bereitzustellen. Dabei sollte man sich auch das soziale Lernen zunutze machen, indem man Lernerfahrungen mit anderen teilt, die dieselben Fertigkeiten erwerben möchten, ebenso wie das adaptive Lernen, bei dem man selbst entscheidet, auf welchem Weg man eine Fähigkeit erlernen möchte.“

O’Sullivan: „Unternehmen sollten bei der Wahl einer Learning Experience Platform sicherstellen, dass die Lösung das Lernen mit den Geschäftszielen verknüpft. Arbeitgeber wollen darauf vertrauen können, dass ihre Lernenden Zugriff auf gute, sorgfältig ausgewählte, breit gefächerte und tiefgehende Ressourcen haben, die die gewünschten Lernziele erreichen und die Lernenden befähigen, ein erstklassiges Unternehmen aufzubauen und zu unterhalten. Gleichzeitig wollen sie talentierte Köpfe anziehen, fördern und belohnen. Führungskräfte wollen sicherstellen, dass die Lernergebnisse dazu beitragen, fundierte Geschäftsstrategien zu entwickeln und den ROI zu steigern. Die Mitarbeiter selber wollen wissen, dass ihr Unternehmen ihnen sowohl Karrieremöglichkeiten bietet als auch die nötigen Schulungen, um diese zu ergreifen.“

Rose: „Das Learning Experience Management scheint alles abzudecken, von Content-Anbietern wie Degreed bis hin zu Nischen-Lösungsanbietern wie Edcast. Die Beliebtheit des Begriffs geht auf die Annahme zurück, Lernmanagement-Lösungen könnten kein modernes Lernerlebnis schaffen und Schulungsanbieter müssten ihre Strategien mit zusätzlichen Tools neben LMS aufpeppen. Das sehen wir anders. Was Schulungsanbieter brauchen, ist ein LMS, das ein modernes, motivierendes Lernerlebnis bietet und die allgegenwärtige Content-Frage löst, um somit die beiden oben genannten Probleme effektiv anzugehen. Schulungsanbieter brauchen keine ‚neue Art‘ Lerntool, sondern eines, das wirklich funktioniert.“

Nächste Schritte

Wer sich näher mit Learning Experience Platforms beschäftigen möchte, findet in unserer Liste von Lernmanagement-Software auch diverse Tools, die Funktionen für soziales Lernen, Blended Learning und Content Management bieten. Außerdem freuen wir uns, in den Kommentaren von den Softwaretipps und Erfahrungen unserer Leser zu hören!