Warum Capterra Rankings zu den Top 20 der beliebtesten Softwarelösungen erstellt

2012 startete Capterra die Serie „Top 20 der beliebtesten Software“, mit der in allen wichtigen Softwarebereichen die jeweils führenden Produkte ermittelt werden sollten. Mittlerweile stehen diese Software-Rankings auch auf Deutsch zur Verfügung, beispielsweise für Projektmanagementsoftware, CMS, Social Media Management-Software oder ERP-Systeme.

Mit den „Top 20“ meinen wir nicht die Softwareunternehmen mit den „besten“ oder innovativsten Produkten, denn diese Begriffe sind äußerst subjektiv. Uns geht es um die Marktführer, also die am weitesten verbreiteten Lösungen.

Software-Rankings Capterra

Seit 2012 haben wir unsere Infografiken zu den Top 20 der beliebtesten Software auf fast 50 Softwarebereiche ausgeweitet und Übersichten zu den 20 benutzerfreundlichsten und den 20 kostengünstigen Lösungen in den jeweiligen Bereichen hinzugefügt.

Uns erreichen immer wieder Fragen zu unseren Untersuchungen, vor allem von den Softwareanbietern, die wir kontaktierten, um sie einzubeziehen. Meist geht es darum, wie und weshalb wir diese Softwarelösungen eigentlich auswählen und einstufen.

Mit diesem Artikel möchten wir einige der häufigsten Fragen zu Capterras „Top 20 der beliebtesten Software“-Infografiken beantworten. Zusammengefasste Informationen zu allen drei Berichtstypen gibt es in unseren (bisher noch englischsprachigen) FAQ zu Capterras Top-20-Reports.

Das Ziel der Top-20-Rankings

Unser Ziel war es, eine komplett objektive Vergleichsmöglichkeit zu schaffen, die allen Interessierten aufzeigt, welche Softwareanbieter in einem bestimmten Bereich am beliebtesten sind.

Warum? Weil Softwarekäufer*innen es wissen wollen – und weil wir den Anspruch haben, unheimlich hilfreiche Ressourcen bereitzustellen und Softwarekäufer*innen alle Informationen zu liefern, die sie für fundierte Entscheidungen brauchen.

Damit ist nicht gemeint, dass die Leute die Absicht hätten, immer das beliebteste Produkt zu kaufen. Für viele besteht der erste Schritt vor einer großen Kaufentscheidung jedoch darin, herauszufinden, wer die führenden Anbieter sind.

So entsteht das Capterra-Ranking für Softwarelösungen

Wir haben einen eigenen Popularitätsindex entwickelt, mit dem wir die Lösungen in jedem Markt einstufen. Der Algorithmus errechnet anhand der folgenden Faktoren einen Beliebtheits-Score für jede Lösung:

Capterras Software-Popularitätsindex

  • Kundenzahl: Anzahl der Unternehmen bzw. Organisationen, die Lizenzen für die Software haben.
  • Zahl der aktiven Nutzer*innen: Einzelpersonen in diesen Organisationen, die die Software aktiv nutzen.
  • Social-Media-Präsenz: Twitter-Follower, Facebook-Likes, LinkedIn-Follower und Anzahl der Kundenbewertungen auf den Websites von Gartner Digital Markets (Capterra, GetApp und Software Advice).

Die Kunden- und Nutzerzahl machen je 40 % des Scores aus, die Präsenz in den sozialen Netzwerken 20 %.

Häufig gestellte Fragen

 Könnte man nicht einfach den jeweiligen Marktanteil zugrunde legen?

Warum identifizieren wir nicht einfach alle Akteure in einem Bereich und stufen sie nach ihrem Umsatz ein?

Die meisten Softwareunternehmen sind nicht börsennotiert und somit nicht dazu verpflichtet, ihre Umsätze offenzulegen. Und selbst wenn Unternehmen ihre Umsätze veröffentlichen, werden sie oft nicht nach Produktreihen aufgeschlüsselt.

Der wichtigste Grund dafür, dass wir den Umsatz nicht in unserer Berechnung mit einbeziehen, besteht jedoch darin, dass jedes Softwareunternehmen seine eigene Preispolitik hat.

Selbst wenn zwei konkurrierende Softwareanbieter den gleichen Umsatz haben, kann einer von ihnen eine viel höhere Marktpräsenz haben, weil seine Softwareprodukte weniger kosten. Würden wir den Umsatz in unsere Auswertung mit einbeziehen, würden wir teureren Produkten damit einen unfairen Vorteil verschaffen.

Softwarekäufer wollen wissen, wie beliebt und wie weit verbreitet Produkte sind, und nicht, welches Softwareunternehmen am meisten Geld verdient. Genau diese Informationen wollen wir ihnen auch bieten.

Warum nutzen wir also nicht einfach die Kundenzahl? Bei Business-Software gibt es sehr große Unterschiede zwischen den einzelnen Kunden. Ein Kunde mit Tausenden Nutzer*innen schafft eine weitere Verbreitung einer Softwarelösung als einer mit nur ein paar Dutzend Anwender*innen.

Wenn wir jedoch nur die Nutzerzahl in Betracht ziehen, haben wir ein ähnliches Problem. Eine höhere Kundenzahl bedeutet nur dann eine höhere Verbreitung der Software, wenn die Gesamtzahl der Nutzer*innen übereinstimmt. Dieses Problem kann einfach umgangen werden, indem wir beide Faktoren – Kunden- und Nutzerzahl – berücksichtigen.

Wer zählt als aktiver Nutzer bzw. aktive Nutzerin? Gehören Nutzer*innen von Gratisversionen dazu?

Softwareunternehmern dürfen bei uns die Konten von Gratisnutzer*innen in ihre Nutzerzahlen miteinbeziehen, solange es sich nicht um temporäre Kund*innen oder kostenlose Testversionen handelt. Sie machen zwar nur einen kleinen Marktanteil aus, aber es gibt Softwareprodukte, die vollkommen kostenlos sind – ob werbefinanziert oder als Open-Source-Software. Diese Produkte verdienen es, in ihren jeweiligen Marktbereichen miteinbezogen zu werden.

Gratisnutzer*innen sind jedoch noch nicht einmal die komplizierteste Frage: Wir legen beispielsweise Wert darauf, dass es um aktive Nutzer*innen geht und nicht um jede Person, die eine Softwarelösung einmal genutzt hat. Aber wer zählt als aktiv? Wann muss eine Person sich zuletzt eingeloggt haben? Einmal im Monat? Einmal im Vierteljahr?

Für uns zählt jedes Konto, das innerhalb des vergangenen Jahres aktiv war, als aktiv.

 Was, wenn ein Unternehmen seine Kunden- oder Nutzerzahlen nicht veröffentlicht?

Wie auch den Umsatz geben viele Unternehmen ihre Kunden- und Nutzerzahlen nicht heraus. Unserem Eindruck nach wächst jedoch die Zahl der Softwareunternehmen, die diese Zahlen auf ihrer Website, in Pressemitteilungen oder in Blogartikeln nennen oder an Branchenanalyst*innen und Journalist*innen weitergeben.

Von Unternehmen, die ihre Kunden- und Nutzerzahlen aus unterschiedlichen Gründen nicht veröffentlichen möchten, nehmen wir gerne Schätzungen entgegen oder erstellen diese selber. Wenn sich Unternehmen für Letzteres entscheiden, kontaktieren wir sie anschließend und teilen ihnen unsere Schätzungen mit, damit sie sie bestätigen oder verändern können. Alle Schätzungen werden in den „Top 20 Most Popular“-Blogartikeln der jeweiligen Kategorie als „Schätzungen von Capterra“ gekennzeichnet.

Woher weiß man, ob Softwareunternehmen ihre Zahlen nicht aufblähen?

Wenn Unternehmen uns Zahlen angeben, stellen wir klärende Fragen, um sicherzustellen, dass sie in jedem Unternehmen auf gleiche Weise ermittelt wurden. Statistische Ausreißer oder unrealistische Zahlen weisen wir zurück.

Gleichzeitig nehmen wir Softwareunternehmen, die uns Schätzungen zukommen lassen, beim Wort. Wir glauben, dass die Transparenz unserer Reports die Menschen dazu bringen wird, ehrlich zu bleiben und Schätzungen anzugeben, die auf der Realität basieren – schließlich kann alle Welt die genannten Zahlen einsehen. Und das umfasst alle Analyst*innen und Wettbewerber, die selbst fundierte Vermutungen anstellen können.

Warum werden Zahlen aus den sozialen Netzwerken in die Software-Rankings einbezogen?

Wir hätten den Popularitätsalgorithmus beinahe nach Kunden- und Nutzerzahlen für vollständig erklärt, aber bei unseren Untersuchungen haben wir noch einen anderen Trend bemerkt. Besonders schnell wachsende Softwareanbieter investieren oft sehr stark in den Dialog mit Online-Communities.

Der Dialog findet auf verschiedenen Netzwerken wie Facebook, Twitter und LinkedIn statt.

Neben den Followern in diesen Netzwerken berücksichtigen wir auch die Anzahl der Software-Nutzerbewertungen auf allen drei Websites von Gartner Digital Markets (Capterra, GetApp und Software Advice).

Wir glauben, dass sich Anbieter, die mit Influencern in ihrer Branche interagieren (also tatsächlichen und potentiellen Kund*innen, Analyst*innen, Blogger*innen, Journalist*innen und sogar anderen Anbietern), so positionieren, dass sie eine größere Stimme und mehr Autorität in ihrer Branche erreichen.

Welche Plattformen dabei als Indikatoren dienen, ist nicht in Stein gemeißelt: Immer wieder kommen neue Plattformen ins Spiel oder verschwinden wieder und Capterra analysiert kontinuierlich, auf welchen die aktivsten Dialoge zu Softwarethemen stattfinden.

Wenn du noch nicht davon überzeugt bist, dass die Aktivität in sozialen Netzwerken wirklich eine Auswirkung auf den Marktanteil hat, vergiss nicht, dass sie auch nur halb so viel Gewicht hat wie jeder der beiden anderen Faktoren. Egal wie aktiv ein Anbieter in sozialen Netzwerken ist, für unsere Rankings spielt die Zahl der aktiven Kund*innen und Nutzer*innen immer die größere Rolle.