5 Faktoren bei der Auswahl von 3D-Konstruktionssoftware

Hast du dich schon mal gefragt, wie berühmte Gebäude wohl aussehen würden, wenn während der Bauphase ein gutes 3D-Modell zum Einsatz gekommen wäre? Vielleicht wäre der schiefe Turm von Pisa gar nicht schief. Und in den ägyptischen Pyramiden gäbe es genug Platz für einen Souvenirladen. Fakt ist jedenfalls: In den letzten Jahren hat die Bedeutung von 3D-Modellen und 3D-Konstruktionssoftware immer mehr zugenommen. CAD-Software (computer-aided design) ist mittlerweile ein ungeheuer wichtiges Tool, das aus dem Bauwesen nicht mehr wegzudenken ist und zahllose Unternehmen bei der effizienten Durchführung ihrer Projekte unterstützt.

Abbild einer CAD Software auf einem PC

In einigen Branchen mag CAD-Software relativ neu erscheinen, obwohl sie schon seit einem guten Jahrzehnt zum Einsatz kommt.

CAD-Software tauchte zum ersten Mal in den 1960ern auf und revolutionierte eine Industrie, die seit dem 16. Jahrhundert mit Bleistift und Papier arbeitete.

Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde CAD-Software immer weiter verbessert und verfeinert, sodass Architekten und Baufirmen nun nicht nur ganze Gebäude, sondern auch jedes Detail im Inneren mithilfe von 3D-Konstruktionssoftware entwerfen.

Wie lässt sich 3D-Modellierungssoftware im Unternehmen einsetzen?

Was bedeutet das alles für kleine Bauunternehmen?

Aufgrund der rasanten Weiterentwicklung der CAD- und 3D-Modellierungssoftware steht nun ein riesiges Angebot an Softwarelösungen zur Auswahl.

Eine Architektin entwirft beispielsweise ein Haus mithilfe eines CAD-Tools und sendet die Pläne dann an das Bauunternehmen. Ein Hersteller von Haushaltsgeräten oder Möbeln kann seine in CAD-Software entworfenen Produkte rendern und zum Leben erwecken, sodass die Ingenieure einen bildhaften Eindruck bekommen.

Als Bauleiter*in beschäftigt man sich heutzutage nicht nur mit 2D-CAD-Software für Grundrisse, sondern nutzt außerdem 3D-Modellierungssoftware, in der ganze Gebäudemodelle entstehen.

5 Faktoren bei der Auswahl der richtigen 3D-Konstruktionssoftware

Im Bauwesen werden die unterschiedlichsten Softwarelösungen für die 3D-Konstruktion eingesetzt, sodass die Auswahl schwer fällt, wenn man 3D-Modeling-Software kaufen will.

Um das Ganze etwas zu vereinfachen, haben wir eine Liste mit 5 Punkten zusammengestellt, auf die man bei der Evaluierung der CAD-Software achten sollte. Außerdem erwähnen wir, mit welchen Fragen an die Verkäufer*innen man sichergehen kann, dass die Lösung auch wirklich dem eigenen Bedarf entspricht.

1. Leistungsfähigkeit und Effizienz von 3D-Konstruktionssoftware

Bei der Auswahl eines 3D-CAD-Programms sollte man darauf achten, dass die erstellten 3D-Modelle die Produkte des eigenen Unternehmens genau und richtig darstellen. Jedes Bauprojekt ist anders und 3D-Modeling-Software für Wolkenkratzer eignet sich nicht zwingend auch für Familienhäuser.

Das final ausgewählte Produkt sollte einen detaillierten und genauen Entwurf in wenigen Schritten erstellen können, ohne Kompromisse bei der Qualität eingehen zu müssen.

Was man den Verkäufer fragen sollte: Aufgrund welcher Features und Funktionen ist diese Software besonders gut für (Produkt) geeignet?

2. Kompatibilität mit Kunden und Zulieferern von 3D-Konstruktionssoftware

Ziemlich weit oben auf der Liste sollte eine 3D-Modeling-Software stehen, die in der eigenen Branche und auch bei den Zulieferern bereits etabliert ist. Warum? Beim Versenden der Daten von einem System an ein anderes erspart man sich so die Konvertierung, wenn sie denn überhaupt möglich wäre. Das ausgewählte System sollte auf jeden Fall über eine Funktion für den Import aus anderen Systemen verfügen und mindestens die internationalen Standardformate für 3D-CAD-Systeme unterstützen: STEP, IGES, VDA und IDF.

Was man den Verkäufer fragen sollte: Welche Dateiformate werden unterstützt und wie können nicht unterstützte Dateiformate trotzdem importiert werden?

3. Integrierte Anwendungen

Wenn mehr als ein*e Designer*in mit der 3D-Konstruktionssoftware arbeitet, muss die Software über ein automatisches Speichersystem verfügen. Bei CAD-Software geschieht es schnell, dass man die Arbeit eines Kollegen überschreibt und so viel Zeit und möglicherweise auch Ideen verloren gehen.

Die 3D-Modellierungssoftware sollte ein automatische integriertes System für das Produktdatenmanagement (PDM) enthalten, was die Produktivität drastisch steigert. PDM-fähige Software führt zu einem effizienten Workflow zwischen den Konstrukteuren.

Auch eine Programmierschnittstelle (API), mit der man eigene Programme zur Entwurfsautomatisierung schreiben kann, kann unheimlich nützlich sein.

Was man den Verkäufer fragen sollte: Welche integrierten Anwendungen sind enthalten, die diese Software von der Konkurrenz abhebt und inwieweit sind sie für meine Projekte von Nutzen?

4. Kurze Lernkurve

Auch wenn man grundsätzlich mit 3D-Modellierungssoftware vertraut ist, so ist doch jede Lösung etwas anders. Alle Mitarbeiter*innen sollten sich daher schnell in die CAD-Software einarbeiten können, damit das Alltagsgeschäft so wenig wie möglich gestört wird.

Eine einheitliche Benutzeroberfläche ist ein gutes Zeichen; der Entwurf sollte von Anfang bis Ende einem intuitiven Ablauf folgen.

Anbieter von Software mit besonders umfangreichen Funktionen sollten Schulungen bereitstellen und im Fall von zukünftigen Problemen über einen guten Kundenservice verfügen.

Was man den Verkäufer fragen sollte: Welche Schulungen gibt es für die Software und inwieweit steht der Kundendienst auch noch nach dem Kauf des Produkts zur Verfügung?

5. Kostenlose 3D-Konstruktionssoftware

Eine kostenpflichtige 3D-Modeling-Software zahlt sich auf jeden Fall aus. Wer sich jedoch erst mal näher mit CAD- und 3D-Konstruktionssoftware vertraut machen und noch nicht gleich eine teure 3D-Software kaufen möchte, kann anfangs zum Lernen und Experimentieren auch auf kostenfreie Softwarelösungen zurückgreifen.

Softwarelösungen für Anfänger, die umsonst erhältlich sind, sind beispielsweise ZBrush, Blender, Cinema 4D, Google SketchUp und AutoCAD für Studenten. Sobald du bereit für ein leistungsstärkeres Programm bist, entscheide dich am besten für eine Option mit einem kostenlosen Probezeitraum.

Was man den Verkäufer fragen sollte: Gibt es einen kostenlosen Probezeitraum und kann ich während dieser Zeit alle Funktionen testen?

CAD-Software, Building Information Modeling (BIM) und 3D-Modellierung sind heutzutage aus dem Bauwesen nicht mehr wegzudenken und ihre Bedeutung wird weiter steigen. Es lohnt sich also definitiv, sich näher mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

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